(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

Verschw., pers. - #1: Der Ernährer, T2

Wie auch immer ich zu den Umständen stehe, wie die Nationen der Industrieländer sozusagen durch die großen und flächenmäßig aufgestellten Ernährer versorgt werden, soll ausnahmsweise einmal hinten angestellt werden. Und mit großer Sicherheit werde ich dazu auch keinen Ton verlauten lassen. Dass dieses angebotene Sortiment an Lebensmitteln größtenteils dazu dienlich ist, das Leben im weitesten Sinne zu erhalten, steht außer Frage. Diesen Vorbehalt außer Acht lassend, tun sich allerdings viele und vielerlei - teils sehr differenzierte und diffizile - Fragen auf, von denen ich eben keine hier aufgreifen werde. 
Verschw., pers. - #1: Der Ernährer, T1
Diese Gedanken entstammen dem Sonntag und vollendeten sich in den ersten Minuten des Montags. Selbstverständlich nicht jüdisch betrachtet, denn da fängt der Tag bekanntlich mit dem Sonnenuntergang* an, was ich persönlich sehr schätze, nicht unbedingt aus rein talmudischen Begründungen, sondern wegen der grundlegenden Sache (- ich will es nicht Philosophie nennen, das wäre eher nicht kränkend, als denn was es ist: pejorativ**). Zur Verständnis, für die vielen ohne Grundstudium in der Judaistik, soll der nächste Abschnitt dienen.
Die Hachse, Teil 8

Radikale Lateraldenker werden es kennen: Die Freude am Denken verebbt, wenn man bemerkt, dass man mit seiner spielerischen Herangehensweise und der systemlosen Nonkonformität niemals zu einem Ziel kommt, welches ja auch gar nicht angestrebt wurde. Eine Flut muss her, doch wo nehmen, wenn nicht stehlen? In der eigenen kleinen, paradiesischen Welt ist kein Mond, der die Gezeiten lenkt. Da ist kein Wetter, weil da kein Klima ist. Es regnet nicht, es stürmt niemals, Sonnenlicht schafft es nur sehr zaghaft und unschädlich durch die dicke Wasserdampfatmosphäre. Diffuse Nächte mit nicht zu erkennenden Sterne und halbhelle Tage, die alles so viel angenehmer machen. In dieser Welt ist die Achse gerade und nicht geneigt. Vertikale Strukturen gibt es nicht. Da ist nur das lineare Muster, dass eigentlich keines ist. Alles ist größer und schöner, keine Jahreszeiten bieten ein moderat tropisches Wetter und einen ungehinderten Wuchs für alles Lebende. So ist man auch größer und dennoch kleiner als jeder Farn um einen herum. Der doppelt so hohe Atmosphärendruck macht es möglich, auch so fast trivial anmutende Dinge wie eine immens höhere Lebenserwartung ohne Krankheiten und Übel. Wenn Degeneration ein Fremdwort war, dann in diesen "Tagen". Wer braucht eine evolutionistische Denke, wenn um einen ein solcher Garten Eden vorherrscht, nein, vorhanden ist?
Die Hachse, Teil 7

Pitoyable Umstände erläutere ich ungern. Wo ich klage, da fangen Andere an zu schwärmen. Eine nicht gerade kleine Anzahl von Menschen würden die Bamberger Fußgängerzone als pittoresk beschreiben; ich dagegen bleibe beim ersten Begriff. Mag sein, dass das Ambiente malerisch ist, doch der Blick aufs große Ganze - auf das Alles - ist im Gefühl nur bemitleidenswert. Ich kann so tun, als wäre ich ein Kameramann. Die Totale bleibt verborgen, der Fokus geht nur zu einem Fixpunkt, alles daneben, darunter oder darüber, wie selbstverständlich auch dahinter, bleibt verborgen. Das Objekt der Begierde wird scharf, alles andere verliert sich in seiner Transluzenz.
Ich kann es gleichermaßen handhaben wie ein "frischgebackenes" Liebespärchen, deren brillant geschliffene und sprichwörtlich rosarote Brillengläser auch nichts anderes zugestehen, als einen schmalen Sichtwinkel. Nasenflügel zu Nasenflügel, das Gestell noch tiefenscharf, alles jenseits wird entschärft durch eine Verschmelzung der Bügel.
Die Hachse, Teil 6

Es war der letzte Freitag vor der Walpurgisnacht, der vorletzte im April des Jahres 2010. Wotan (Odin) meinte es gut mit uns... Pardon, ich meinte natürlich Petrus. Petrus meinte ich. Petrus meinte es gut. Und was ich tatsächlich meinte damit sagen zu wollen: Das war ein glückliches Ding. Glücklich, denn tatsächlich war das besondere Event im Bamberger Sauftempel des Herzens ursprünglich eine Woche früher angesetzt, wurde aber wegen Unpässlichkeiten diverser eingeladener Personen um eine Woche nach hinten verschoben. Und das war das glückliche Ding. Es war am dritten Freitag des gleichen Monats und desselben Jahres (sic!) weniger "frühlingssommerlich" warm und vor allem nicht trocken. Vulgärer, und vielleicht mehr auf den Punkt gebracht: Das Wetter eine Woche zuvor war ekelhaft bis beschissen. Das Wetter am neu terminierten "Hachsentag" - eine Woche später - war dagegen zauberhaft bis ideal.
Die Hachse, Teil 5

Keine Zunge schildert, kein Wort ermißt die Höhe der Vollendung, die er erreichte [...].*¹ 
Spätestens seit Ebner von Eschenbachs Novelle "Krambambuli" wurde uns ein ganz klares Bild ins unbewusste Innere eingebrannt: Die naturentfernte Gesellschaftssymbiose "Wirtshaus = Alkohol und Hund". Vulgärer, und vielleicht mehr auf den Punkt gebracht, kann man es auch so definieren: Wirtshaus = Ort, wo Hunde zusehen, wie Menschen sich besaufen. Raus aus dem Haus kommt jeder, aber raus kommt dabei meist nichts Vernünftiges. Doch wo eine Symbiose herrscht, wie weltfremd sie auch immer erscheinen mag, dort ist auch Vorteilsnahme zu vermuten.
Die Hachse, Teil 4

Aventin, Caelius, Esquilin, Kapitol, Palatin, Quirinal, Viminal.
Gareb (Ölberg), Goath, Akra, Bezetha (Golgota), Morija, Ophel, Zion.
Stephansberg, Kaulberg, Altenburg, Jakobsberg, Michelsberg, Abtsberg, Domberg.

Rom - Jerusalem - Bamberg. Wenn ich auf meinen Zettel schaue, auf dem ich die einundzwanzig Namen notierte, so fällt mir auf Anhieb auf, dass viele Berge oder (vielmehr) Hügel mit dem Buchstaben "A" beginnen. Das liegt natürlich an Bamberg, den die Domstadt hat schon zwei mit dem ersten Schriftzeichen unseres Alphabets. Warum auch immer das ABC nicht "Alphabetagamma" heißt, werde ich wohl ohne Recherche nie herausfinden. Es hat mich bisweilen nicht interessiert und es wird wohl auch dabei bleiben.
Die Hachse, Teil 3

Spoiler: Ohne Doppelmoral werde ich hier nicht rauskommen. Ich habe die letzte Quittung nicht mehr, ich habe den Tag vergessen. Ich habe viele Quittungen nicht mehr und habe viele Tage vergessen. Nicht alle Tage sind in Vergessenheit geraten, weil ich neben "Geschäftskäufen" ebenso Onlinekäufe tätigte, und die obligaten Mailbenachrichtigungen von letzteren hebe ich mir digital auf, auch wenn bei einigen Plattformen die eigenen Bestellungen sowieso gespeichert werden. Wie es für solche Internetverkaufshäuser ein Spleen ist so zu tun, so ist es auch einer von mir, ähnlich zu tun.
Die Hachse, Teil 2

Passt auf, auf Sätze mit Ausspruchscharakter. Passt auf, auf zerrissene Zitate. Passt auf, auf Stücke von Gedichten, auch den vermeintlich lyrischen. Passt besonders gut auf, was euch Aphorismen entgegen schleudern. Passt auf, auf Sätze, die urteilen oder Weisheiten verkünden. Ich verrate dazu eine unausgesprochene und triviale Wahrheit, die jeder kennt, aber entweder verkennt oder daran überhaupt nicht denkt: Obacht, der Ursprung solch niedergeschriebener Worte ist der Gedanke. 
Es geht (immer) noch schlimmer: Tückisch wird es, wenn Sprücheklopfer behaupten, sie kämen zu ihren geistreichen Gedanken aus Empfindungen, Träumen, Erlebten oder gar Erfahrungen. Brisant wird es, wenn sie behaupten, diese Gedanken wären nicht von ihnen. Gefährliche Naturkräfte kommen auf, wenn von übernatürlichen Quellen gefaselt wird. Die Wahrheit trifft so hart, weil sie wahrer nicht sein könnte.