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Die Hachse, Teil 2

Passt auf, auf Sätze mit Ausspruchscharakter. Passt auf, auf zerrissene Zitate. Passt auf, auf Stücke von Gedichten, auch den vermeintlich lyrischen. Passt besonders gut auf, was euch Aphorismen entgegen schleudern. Passt auf, auf Sätze, die urteilen oder Weisheiten verkünden. Ich verrate dazu eine unausgesprochene und triviale Wahrheit, die jeder kennt, aber entweder verkennt oder daran überhaupt nicht denkt: Obacht, der Ursprung solch niedergeschriebener Worte ist der Gedanke. 
Es geht (immer) noch schlimmer: Tückisch wird es, wenn Sprücheklopfer behaupten, sie kämen zu ihren geistreichen Gedanken aus Empfindungen, Träumen, Erlebten oder gar Erfahrungen. Brisant wird es, wenn sie behaupten, diese Gedanken wären nicht von ihnen. Gefährliche Naturkräfte kommen auf, wenn von übernatürlichen Quellen gefaselt wird. Die Wahrheit trifft so hart, weil sie wahrer nicht sein könnte. 

Jesus sprach oft in Gleichnissen. Jesus sprach wohl aus mehreren Gründen genau so, und ich meine zu meinen, in erster Linie aus praktischen, die da wären: Er schrieb nicht, Erzählungen waren damals "in" (- Tradition? -), Zeitzeugen konnten dadurch die Tiefe seiner Aussagen verstehen und vor allem tat Jesu so, weil ein Gleichnis immer eine bildliche Funktion hat. Jesum* half somit dem Zuhörer schon alleinig mit der Sprache. Und eben durch seine Art Sprache zu gebrauchen taten Gleichnisse gut, tatsächlich waren es wohl aber eher Bildergedanken. Er lud die ihm Umgebenen dazu ein, ein Teil seiner vermittelten Bilder zu werden. Ihn reden zu hören, ob allegorisch, mittels einer Parabel, mit Pointe, beispielhaft, erzählend oder auch nur sachlich, ihm zu lauschen war wie Anteil zu haben an einem Zusammenspiel mit höchstem Kunstwerkcharakter. 
Der wohl wichtigste Grund war: Wer sich darauf einließ, würde es verstehen - ein tiefes Verständnis für die Verständigen. Und wer sich nicht darauf einließ, dem war nicht geholfen, weil seine Art von Verständnis eine(m) Unverständnis mitbrachte. 

Im Jahr 2010 lief ich mit Adelhaid ebenfalls mit einem Gleichnis los, das ungefähr so lautete: Nicht der Weg ist das Ziel, er führt uns nur dorthin. Und das Ziel lohnt sich für diesen Weg. In Gewissheit sprach ich dabei nur für mich, denn nur mir war bekannt, was das Ziel einbrachte, und nur für mich. Für sie stand da lediglich ein Erlebnis an, im speziellen Sinne eine Einmaligkeit. 
Wege nach meiner Motivation gehen wir heute extrem selten. In aller Regel sind es nicht meine Ziele, sondern es sind ihre. Für ein verallgemeinertes Beispiel dieses: Wenn ein Hund sein großes (oder kleines) Geschäft erledigen muss, dann wird er seinem Halter das deutlich machen. Der Halter geht mit dem Hund den Weg, der zu diesem Ziel führt. Geht ein Halter dagegen mit seinem Hund raus, weil es seiner Meinung nach an der Zeit ist, so geht er zwar auch mit Zielsetzung hinfort, sein Hund ist jedoch ziellos. Was ihm bleibt, ist ein Erlebnis. Auf was der Halter hoffen kann, ist, dass sein Hund sein von ihm erwartetes Geschäft erledigen wird. Tut der Hund es allerdings nicht, so sollte sich der Halter hinterfragen. In den allermeisten Fällen tut er es leider nicht, dabei wäre die Antwort doch so einfach in jenem Sprichwort zu finden, das wahrscheinlich irgendwelche Spät-68er in die Welt gesetzt hatten und es im esoterischen Hippie-Wahn einem Konfuzius unterjubelten - nämlich: Der Weg ist das Ziel. Was für ein hirnloses Gleichnis!

Passt also auf oder "prüft aber alles, das Gute haltet fest!" - das schließt dieses Bibelzitat mit ein [alle weiteren Passagen: frei zitiert aus der Elberfelder Übersetzung mit Anmerkungen/Korrekturen nach dem Spracheintrag]. Es stammt aus dem 1. Brief von Paulus an die Thessalonicher (5,21) und dem Zitat geht folgender Hauptsatz voran: "Weissagungen verachtet nicht". Der Nachsatz schließt die Ermahnungen und sei der Vollständigkeit halber erwähnt:  "Von aller Art des Bösen haltet euch fern!".  
Daraus kann man schließen, dass wir heute dieses "Prüft alles und das Gute behaltet" von der Hauptaussage trennt, was einen Zerriss nahekommt. 
Unabhängig davon stellt sich niemand die Frage, wer denn überhaupt dieser Paulus war. Das Sprichwort "Vom Saulus zum Paulus" kennt noch jeder, dann hört es aber gemeinhin auf. Bekannte Dinge kläre ich ungern auf, ich sehe mich allerdings hier (speziell) in der Pflicht einmalig davon abzusehen, werde dabei aber versuchen, mich sehr kurz angebunden zu halten: So denn, Saulus von Tarsus war ein Pharisäer der alle, die die 613 Mitzwot nicht hielten, verfolgte und alles weitere, was nötig war, unternahm, um die urchristlichen Gemeinden "im Keim zu ersticken". Dann begegnete ihm Jesus, er erblindete und wurde von einem der paarweise ausgesandten 72 Jünger Jesu [nach Hieronymus],  (H)Ananias, durch Handauflegen geheilt. Soweit so gut. Offen bleiben Fragen, wer dieser (H)Ananias und vor allem wer sein "Partnerjünger" war. Gemäß Lukas 10,1 "bestimmte der Herr siebzig andere und sandte sie zu je zwei [...]" aus. 
Unabhängig davon² war der Lehrer des Paulus wohl Barnabas, der einer der 70/72 Jünger war, und kein Apostel. Paulus war Jünger eines Jüngers, der nie Kontakt mit einem Apostel hatte. Und weil ausschließlich den Aposteln und den 70/72 Jüngern es ermöglich wurde zu heilen [Fortsetzung Lukas 10,9 dazu: "(...) Er sprach aber zu ihnen: (...) und heilt die Kranken"] muss man der Geschichte um das Damaskusereignis Glauben schenken, und darüber hinaus alle weitere Passagen aus den Apostelgeschichten. Tut man nicht so, bleiben viele Fragezeichen offen oder eben eine Verschwörung, die da lauten könnte: Barnabas heilte in Wirklichkeit [anstelle des Paulus in späteren "Episoden" - Paulus indes wurde schon von (H)Ananias geheilt].

"Wer Ohren hat (zu hören), der höre."
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* Nur um das einmalig genau zu nehmen und zu benennen - im Akkusativ als flektierte Form, weil man es so selten oder eben nicht/kaum liest/hört (sic!): Wem oder was half unser Herr Jesus (^^)? - Dem Zuhörer - daher "Jesum".

      
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