›Jeder spricht für sich. Selbst Blindtexte. Kein 'aber'.‹ Aha. ›Niemand darf ausgeschlossen werden. Auch nicht Blindtexte. Kein 'aber' will ich hören. Wer nicht für etwas ist, der ist nicht gleichzeitig gegen dieses Etwas.‹ Deutliche Worte eines radikalen Blindtextes. Sein moderater Kollege wirft spontan die berechtigte Zwischenfrage in den Raum, die da lautet: ›Wie verhält es sich, wenn jenes 'aber' radikal wäre?‹ Bedächtiges Schweigen setzt kurz ein. ›Derjenige, der für sich denkt, denkt nicht für Andere mit‹, murmelt der radikale ›Freund‹ zu seinem Gegenüber, und legt nach: ›Bitte daher kein 'aber'.‹ Erneut braucht er eine Kunstpause. Genehmigen wir sie ihm. Warmlaufphasen sind wichtig. Gönn dir. Geht aufs Haus.
›Wie auch immer. Nicht mein Business. Radikale dürfen radikal sein, sich allerdings dabei nicht breit machen‹, meint er nun. ›Tauscht man 'allerdings' mit 'aber' aus, erkennt man die Krux. Denn Radikale sprechen in erster Hinsicht zwar für sich selbst, schließen dabei jedoch Fremde gerne mal aus. Sie sind gegen etwas und keinesfalls dafür. Das Denken über den eigenen Tellerrand bleibt meistens auf der Strecke liegen. Die gruppendynamischen Prozesse sind die wahren Blockhelden der Vernunft.‹ Der Moderate schweigt daraufhin. Wie stehen die Zeichen für einen ordentlichen Absatz? Tun sie sich auf oder setzen sich die Vorboten unabkömmlich ab? Wer kommt und nichts davon weiß, hat wenig Zutun.
