(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

Beer Walks – Ein etwas anderes Nachwort
Beer Walks. Die Nachworte. Etwas anders. Wir haben Platz. Wir haben Zeit. Was fehlt ist ein ›Plan‹; nennen wir es eine Idee. Nein. Besser noch: Bezeichnen wir es als einen Einfall. Ein. Eine. Einen. Wem ist das aufgefallen, außer mir beim Sprechen? Eine solch bescheuerte Frage ins Nichts, in den Hauch der Nacht gedacht, beförderte mir eine erste Eingebung in Form einer weiteren Frage, die ich nicht nur an mich, sondern auch an alle richten kann + sogleich verlauten werde. Und niemand von uns muss darauf ad hoc antworten, was noch schöner ist; sie lautet: Was bleibt von all den Worten hängen? Ich meine, selbst wenn da kein einziges Fünkchen wäre, das die Chance erhielte, sich für länger als einen Moment der Kurzweil in die tiefsten Gehirnwindungen einzufräsen, wäre das nicht sonderlich schlimm. Man kann damit nicht enttäuscht sein. Immerhin spiegelt das die Natur von Dime Novels wider. Pulp ist und bleibt Schund (sic!) in Heftform, trivial und unbedeutend und in jedem Fall in Teilen mit zweifelhaften Inhalten – ein Beispiel folgt im übernächsten Satz. Manche Dinge ändern sich auch nach weit über 100 Jahren nicht; der Anstrich ist heute ein anderer, womit ich die äußere Form meine. Was man früher unter dem Begriff des billigen Holzschliffes verkaufte, wird heute als Bio-Papier vermarktet – und ja, hier hatten wir diese kontroverse Behauptung, die nicht einmal einer Theorie würdig ist. Oder etwa doch? Umweltfreundliches, chlorfrei gebleichtes Papier vergilbt in einem Raucherkino ebenso schnell wie die gute alte Frischfaser, zugesetzt mit ganz viel Chlordioxid. Das ›sic!‹ hinter der Aussage denken wir uns gemeinsam mit allen anderen Meistern der Schundschriftkünste, deren Anekdoten Servietten verzieren, die in ihrer enttäuschenden Unbedeutendheit auf einem Holzbrett voller Restkrümel einer verputzten Margherita-Pizza liegen oder anderswo einen dürftigen Platz fanden.
Geistesblitz, ich hör dir trapsen. Es war die Lerche, nicht die Nachtigall. Poesie täte der Sache gut, selbst wenn sie sich arg spät anbiedert. Bereichern wir den Groschen mit einer schweren Münze, um Fragmente zu setzen, die nicht nur fallen, sondern auch erhalten bleiben. Das war noch nicht die Poesie, die folgt jetzt – ungezwungen in fünf ineinander verschachtelten Aphorismen.
Beer Walks – A Final Chapter, Part II
›Und das Wort des HERRN geschah zu mir also.‹ (Jer 1,4)

Das Wort eines zweiten Moses. Das Buch Jeremia wollte ich lesen; gehört habe ich es schlussendlich, bei normaler Abspielgeschwindigkeit. Volle 5 ½ Stunden lang. Teilweise hatte ich mitgelesen, vor allem am Anfang, als es um den Sendungsbefehl durch JHWH ging (Jer 7,1): ›Das Wort, welches von Seiten des HERRN zu Jeremia geschah, also.‹
Am Stück wollte ich es durchziehen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es mir nicht gelang. Zu geistreich waren die Verse, zu düster die Prophetien, insbesondere am Anfang seiner Berufung. Der Twist zum Guten (für Israel) kam übel langsam daher. Erst im Kapitel 25,11 erfährt man, dass die Pein, die Gefangenschaft im babylonischen Exil, nach 70 Jahren enden wird. Man bleibt aber bei der Stange, weil immer wieder vereinzelnd Wahrheiten in Erinnerung gebracht werden, wie beispielsweise bei Jer 10,12, wo es heißt: ›Er hat die Erde gemacht durch seine Kraft, den Erdkreis festgestellt durch seine Weisheit, und die Himmel ausgespannt durch seine Einsicht.‹
Genau diese Art von eingesprenkelter Poesie mochte ich sehr, obgleich stets umrahmt mit mahnendem Unterton. An der Stelle machte ich auch die erste Pause. Rund 20 % der Kapitel lagen hinter mir. Es mag etwas seltsam klingen, wenn ich im Nachhinein behaupte, dass ich jede aufgewendete Minute aufgesaugt und in ihrer Ganzheit genossen habe. Bereits hier wurde mir deutlich klar, dass meine einstige Meinung zu Jeremia übersät mit Vorurteilen war. Der Weg hin zum Losungsvers 18 aus dem Kapitel 31 schien in greifbarer Nähe zu liegen.
Der HERR der Heerscharen legte die Worte in den Mund von Jeremia, aus der Priesterstadt Anathoth, unweit von Jerusalem entfernt, und ich, unmittelbar sitzend vor dem sprechenden Laptop – der T’Sally aus dem Hause Lenovo (sic!) –, lauschte. Ich gebe offen zu, manches Mal waren es lediglich die Gleichnisse, die meine Ohren nicht trennen wollten von der Stimme des Vorlesers.
Beer Walks – A Final Chapter, Part I
2. Dezember 2025, 23:52 Uhr

Beer Walks—final chapter. Endlich! Und so beginnt der bereits mäßig langweilende Chat, der sich im Lichtschatten einer Straßenlaterne verliert.

›I'm going to sleep now [...].‹

Mit diesem englischsprachigen Palaver wurde und werde ich auch im letzten Teil nicht wirklich Glücksgefühle auslösen, weder bei mir, noch bei anderen. Ständig muss ich Nebensätze auslassen, teils zum Eigenschutz, meist deshalb aber, um den Schund unter einer Altersbegrenzung zu halten. Nun ja, sei es, wie es sei. Ziehen wir es dennoch durch, respektive ich. Die Jugend darf lesen, was sie nicht zu verstehen vermag. Und junge Menschen fragen gerne. Hier wäre ein Beispiel.
Beer Walks – Eine An- und Wiederkunft
30. November 2025, 23:44 Uhr

Der vorherige Psalm (84,11) war ein versteckter Spoiler + ein vollständiger. In der (›damals heutigen‹) Tageslosung wurde er nämlich lediglich verkürzt wiedergegeben (bis zum Strichpunkt). Ich frage nicht mehr nach dem ›Warum‹ oder hauche ein ›Weshalb‹ heraus. Das Zitieren von einzelnen Psalm-Versen halte ich ohnehin für Unfug, ebenso wie Zitate aus den Spruchsammlungen oder dem Buch Prediger. Beide sind von Salomo. Beim Anfertigen seiner ›Nachrichten‹ (an seinen Sohn) in den Sprüchen war er im mittleren Alter, beim Prediger im gesetzten. Das verändert alles, insbesondere den gesamten Denkapparat. Und wenn man das nicht weiß oder es unberücksichtigt lässt bei einer Lese, dann ist das mitunter undienlich, manchmal sogar schädlich. Glücklicherweise, zu Anfang meiner Passion (für die Losungen),  bewahrte mich die eigene Neugier vor Missgeschicken. Ich wollte beispielsweise nicht nur einen einzelnen Vers aus einem Psalm lesen, ich verschlang – quasi im Nachgang – den ganzen. Vielleicht sollte ich damit wieder beginnen. Nicht aber am Morgen, der Abend eignet sich besser dafür – wenn alles getan ist und Stille einkehren darf. An der Stelle brennt es (in) mir bereits (danach) ein Zwischenfazit zu ziehen, um nicht zu sagen, aus der Reflexion heraus ein endgültiges. Und doch zügle ich mich in Worten und lasse keine gesprochenen Taten folgen. Es ist zu früh. Daher geht es weiter im Takt. Mit dem obligatorischen Talk würde ich einfach mal starten.
Beer Walks – Keine Bierwanderung, Teil 2
29. November 2025, 23:42 Uhr

Keine Bierwanderung – kein Bild. Schon wieder? Wie geht das? Der Chat – leicht verkürzt – klärt (uns) wie immer auf, ...

›Later I'll go to the cinema, so around 8 pm.‹

Danach war das nächtliche Treiben noch lange nicht zu Ende, denn:

›[...] after that it's time for an ‘Absacker’ in a bar.‹

Und tatsächlich ohne Alkohol – ... – (sic!), weil:

›I won't drink. I'm driving with my car. [...] When I'm driving I'm not drinking.‹

Den Rest schenke ich mir. Ich meine, es gab Bilder, aber die sollten hier nicht einfließen. Der Abend war per se schön. Und auch in der Stadt lässt sich gut Strecke machen. Oder mit dem Psalm 84,11 [Unrev. ELB 1871] ausgedrückt:
Beer Walks – Keine Bierwanderung, Teil 1
28. November 2025, 23:35 Uhr

No beer walk—no picture. Macht Sinn. Die Losungen laufen dennoch nicht davon. Den Grund für das Aussetzen der Bierwanderung liefere ich prompt:

›Today I'm not going to make a 'beer walk'. I just dozed off for a bit.‹

Ein bierloser Tag also. Wetteinsatz ergo teilweise eingelöst. Läuft. Ja, genau. Zigaretten – scheiß drauf. Es waren bestimmt nicht so viele, wie sonst. Und es wird nur eine einzige Fluppe notwendig sein (sic!), um diese Gedanken zur Nachtruh abzuwürgen.
Beer Walks – Ein Weswegen mit Ausrufezeichen
27. November 2025, 23:36 Uhr

13,1–9! 26–29? Jesaja again! Fehlanzeige. Das ist ein Scherz – ein schlechter! Ich mutiere zum Verschwörungstheoretiker, um meiner Mutmaßung willens dahinter eine Methode zu bestärken und vertuschend meines unredlichen Wetteinsatzes. Nein! Natürlich nicht. Ich gebe sogar offen zu: Ich bin wohl zu blöd, um es zu verstehen und rotiere mit meinen Gedanken.
  Wer kennt Asaf [bzw. Asaph]? Den Gesangsmeister von David. Den Levit aus dem Hause der Gerschoniter. Den Tempelsänger. Mehr oder weniger. Asaf werden traditionell so einige Psalmen – die meisten am Stück! – nachgesagt, die mir angebotene #81 vermutlich wegen der Erwähnung eines alten Saiteninstruments namens Gittit – und nein: ein Dichter muss nicht zwangsweise musizieren oder singen können. Für exegetische Debatten bin ich allerdings zu jung; deswegen belasse ich es bei der schlichten Erwähnung und tauche nicht weiter in Gedankengebäude ein, für die ich an fremder Eingangstür anklopfen muss, damit mir Einlass gewährt wird, obwohl ich bereits auf dem Anwesen stehe. Das ist einem Halleluja würdig, oder?
Beer Walks – Ein Halleluja
26. November 2025, 23:24 Uhr

Halleluja! Die Hoffnung jubelt das, die Nacht verheißt es. Paraphrasiert und derart verkürzt, geht das Ende des zweiten Verses aus der ›BG‹ 380. Immer wenn jenes ›BG‹ aufgeführt wird, handelt es sich um ein Lied aus dem Gesangbuch der Herrnhuter Brüdergemeine aus 2007. Wer wackelt mit Bier und Handy durch die blühende Nacht? Ist das nicht der Assi, der diese beknackten Bierwanderungen macht? Das Metrum gibt den Rhythmus vor, irgendwie passend zum Selfie. So sieht es aus. Ich bin ortsbekannt, auf dem Land munkelt man schnell und verliert mit dümmlich Gereimten den Abstand zum Anstand (sic!). Nichts davon stimmt freilich – in meinem Fall zumindest, hoffe ich.
Beer Walks – Hauseigene Offenbarung
25. November 2025, 23:52 Uhr

Die schlechte Nachricht vorweg: Während dieser Wanderung habe ich keine Lichtbildaufnahme im Dunkeln angefertigt. Vielleicht sind das aber auch good news. Den englischsprachigen Chat, den gibt es allerdings – here we go:

›Did it again, a little bit earlier and a little bit longer—next time my goal will be to reach the far edge of the forest.
Anyhow, I'm going to sleep soon.‹

Wie man erahnen kann, ist das bereits die Antwort nach dem ›Beer Walk‹. Ein  zweiter Satz will noch folgen, mit dem ich enden werde. So viel zu den roten Fäden und Spoilern. Beides beherrsche ich nicht (wirklich).
Beer Walks – Ein Warum ohne Fragezeichen
24. November 2025, 23:42 Uhr

Gleiche Straße, nächste Nacht, kaum mehr Schnee vorzufinden. Neue Chat-Message, erneut in Englisch, allerdings mit deutschen Einschüben:

›I'm going for my midnight 'beer walk' ^^. Feier ich.
I should be back when you have 'Feierabend'.‹

Ich muss das nicht erklären. Der erste Satz der Nachricht war für jedermann verständlich. Und später folgt ohnehin noch ein ›Abschiedsgruß‹. Joar, genau.
Beer Walks – Licht von deinem Licht
23. November 2025, 23:18 Uhr
(Ewigkeitssonntag)

Das Datum ist klar, die Uhrzeit entnehme ich der geschossenen Lichtbildaufnahme in digitaler Form (sic!). Sie zeigt die hiesige Aussegnungshalle vor dem Friedhofsgelände [s. Abb. l.]
Davor setzte ich eine WhatsApp-Nachricht in einer Sprache aus, die nicht meine von Geburt an ist und die so ging:

›Let's get crazy. I'm going outside for a walk in the garden and for a first beer after one week without it. And after that I'm going to sleep. That's a good plan.‹
Beer Walks – Ein etwas anderes Vorwort
Der letzte Sonntag des evangelischen Kirchenjahres 2025 Anno Domini [– die Abbildung zeigt den Tag danach –] interessierte mich eigentlich nicht. Tatsächlich ist mir der sogenannte ›Ewigkeitssonntag‹, der ›Sonntag vom wiederkommenden Herrn‹ total schnuppe. Ja, und ich weiß, die Aufschreie beginnen spätestens nach dem Ende meines zweiten Satzes, zumindest von Lutheranern, die ihren ›Christkönigssonntag‹ schon (r)echt ernst nehmen. Die Katholiken dagegen fühlen sich dadurch keinesfalls gekränkt, nicht einmal angesprochen. Sie haben ja eh ihr Äquivalent namens Allerseelen, praktisch gesehen ein ›Hochfest‹, das auf Allerheiligen folgt. Cool. Zuerst gedenkt man der Heiligen, dann aller verstorbenen und gläubigen Seelen. Wonderful. Do I love it? Being brutally honest: No, I don't. To make it perfectly clear, to get it straight, let me quote myself from a blog post written in November 2019 (– denn: ich will mich nicht ständig selbst und in abgewandelter Form wiederholen müssen):
Digital Detox – Die Nachworte
Ein wenig andere Nachworte wären angebracht. Die ersten Nachrichten nach dem ›DD‹ und auf Nachfragen übersandte ich zwei lieben Frauen. (Wer außer Frauen fragt stets zuerst?) Die eine war auf Englisch, die andere in meiner Muttersprache. Um der Authentizität nachzukommen – sie zu wahren –, habe ich beide (fast) so gelassen, wie ich sie einst über einen Messenger-Dienst auf die Schnelle verfasste. Ich zitiere mich am Ende somit selbst (inklusive der Fehler).
Digital Detox – Der 2. neue Abend, Teil 3
Der Stift funktioniert wieder, ... nein! Doch nicht. Fehlanzeige. Scheibenkleister.
Und auch das neue Schreibutensil will nicht so recht seinen Dienst tun, seine mir zugewiesene Pflicht verrichten – sich mir als eine Art von Ventil dienlich zu erweisen. Vielleicht ist das ein Zeichen. Er, der Kugelschreiber, hat nun endgültig schlapp gemacht. Beide waren vom selben Hersteller und sahen sich (folglich) überaus ähnlich. Schade. Jetzt kleckse ich mit einem türkisen Kuli von einem der größten Supermarkt-Ketten in Deutschland. Der Stiftclip ist in einem rosa Farbton gehalten, der Schriftzug des Unternehmens strahlt in Gelb. Insgesamt liegt das Produkt nicht sonderlich gut in der Hand, indes habe ich auf die Schnelle leider keine abgreifbare Alternative gefunden.
Digital Detox – Der 2. neue Abend, Teil 2
Tief in mir haftet ein Trauma. Vermutlich eher ein Meer voller Traumen. Eines davon verfolgt mich mittlerweile mit Abständen – obgleich ruhiger Abschnitte dazwischen – seit über 24 Jahren. Die kurzen Momente der Stille einmal ausgelassen, waren in den bald vergangenen 2½ Dekaden alle Versuche, vor dem eigenen Schatten zu flüchten, von minderem Erfolg gekrönt, der ergo niemals dauerhaft anhielt. Kein Umstand macht es jemals möglich, der symbolischen Entität des Wesenkerns zu entfliehen.
Digital Detox – Der 2. neue Abend, Teil 1
Der zweite Abend begann wie der erste und endete ähnlich. Essen, Bier, Lesen im Freien. Regelmäßige Mahlzeiten sind wichtig, Gerstensaft war notwendig und die finale Lektüre des Sullivan-White-Werks erschien mehr als überfällig. Drei Kapitel lagen noch vor mir. Dazu der Epilog, die Danksagung und das Nachwort. Der 20. Abschnitt begann auf Seite 215 und die Schlussrede endete auf der Seite 251 mit der Zeitangabe ›März 2008‹. An solch unwichtige Details kann ich mich stets spielend leicht erinnern, vielleicht nicht mehr in einigen Monaten, aber allemal für eine begrenzte Zahl an Wochen.
Digital Detox – Der 2. neue Nachmittag
Der zweite neue Nachmittag verdient eigentlich keine Erwähnung, und ich sollte diesen Eintrag gleichermaßen kurz halten wie die Titelei (namens) ›Der 2. neue Tag‹, was – Spoiler Alert! – nicht passieren wird. Drei Tage sind seither verstrichen und ich falle langsam wieder in alte Muster. Dank der Umstellung meiner Ernährung auf vegane Rohkost – Getränke bedingungslos ausgenommen – fühle ich jedoch weiterhin ein enorm gesteigertes Energiepotential in mir brodeln, das überhaupt dafür sorgt die vor mir liegenden spärlichen Zeilen nach einem ›9-to-5½-Arbeitstag‹ anzugehen. Bedauerlicherweise zog ich das Büchlein viel zu spät aus seinem hübschen, handgemachten ›Beutel‹ hervor, und ich spüre wie die verbliebene ›Hellzeit‹ zu schwächeln beginnt; sie löst sich recht bald in die bevorstehende Finsternis auf. Apropos Beutel. Wir müssen darüber sprechen. Respektive ich. Selbst wenn das heißt: Schreiben, bis die Hand abfällt. (I hope you remember.)
Leider kann ich mich heute nicht mehr entsinnen, ob ich zu jenem Schmuckstück bereits nähere Angaben machte, auch zum schönen Buch (an sich) und wem ich es zu verdanken habe, es in meinem Besitz zu wissen. Vor allem aber zu dem gestrickten oder gehäkelten ›Einband‹ – ich bin zu meiner Schande und in der Hinsicht ein dummer und einfältiger Mann, der den Unterschied nicht kennt –, verlangt es einige Worte, eine ›Beutelgeschichte‹ sozusagen.
Digital Detox – Der neue Psalm
Der neue Psalm besuchte mich am zweiten angebrochenen Morgen um etwa halb 9, als ich mal wieder – wie an jedem Tagesbeginn – zu meinem ›Losungsbüchlein‹ griff. Auch diesmal war mir das Glück beschieden, denn der Tagesvers des Alten Testaments schlug den Psalm 90 von Moses vor. Die vielleicht bekannteste Passage will ich mal zitieren (nach ELB 1871):

›Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine Wache in der Nacht.‹

(Notabene: Das war der 4. Vers; das Gebet Moses umfasst gesamt derer 17.)
Während ich das las, traf mich ein mittlerweile über zwei Dekaden lodernder Hintergrund mitten ins Herz, den ich nun zu erzählen versuche.
Digital Detox – Der 2. neue Tag
Der zweite neue Tag ist nicht der Rede wert. Ich verbrachte ihn größtenteils damit, die davorstehenden Seiten niederzuschreiben, dazu versüßte ich mir die Zeit mit Tagträumen und ein wenig Lektüre. Gerade eben bin ich schon gedanklich im Freien. Die Dämmerung wird nicht früher oder später, sondern recht bald einsetzen und ihren vorbestimmten Lauf nehmen. Da ich mein ›Hundebuch‹ noch nicht ganz zu Ende gelesen habe, wird mein ›Tagebuch zum Digital Detox‹ auf sich warten lassen, um von mir weitergeführt zu werden. Ich befürchte sogar, dass ich die hier begonnene Notiz nicht vollenden werden kann und den Eintrag auf einen anderen Zeitpunkt verschieben muss + ich hoffe, es wird der morgige frühe Abend unmittelbar nach der Arbeit sein, wenn meine ›Entgiftung‹ bereits vor Stunden ihr jähes Ende fand. Sicher bin ich mir noch nicht, nur in dem Punkt, dass ich fortsetzen werde, selbst wenn es meiner Hand nicht gefallen wird – sie hat es zu tun. Ich fühle es nicht, die Gedanken digital zu verfassen. Erst im Nachgang soll mir mein ICR – mein Integrated Circuit Recorder, das altbackene Diktiergerät – helfend zur Seite stehen. Bis dahin haben der Stift und das schnuckelige Buch (mir) zu genügen.