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Verschw., pers. - #1: Der Ernährer, T2

Wie auch immer ich zu den Umständen stehe, wie die Nationen der Industrieländer sozusagen durch die großen und flächenmäßig aufgestellten Ernährer versorgt werden, soll ausnahmsweise einmal hinten angestellt werden. Und mit großer Sicherheit werde ich dazu auch keinen Ton verlauten lassen. Dass dieses angebotene Sortiment an Lebensmitteln größtenteils dazu dienlich ist, das Leben im weitesten Sinne zu erhalten, steht außer Frage. Diesen Vorbehalt außer Acht lassend, tun sich allerdings viele und vielerlei - teils sehr differenzierte und diffizile - Fragen auf, von denen ich eben keine hier aufgreifen werde. 
Ich biete dagegen eine reaktionäre Gedankenlösung an, die auch mein Bestreben seit Jahren darstellte. Bei radikaler Anwendung dieser durch die überwiegende Zahl der "Verbraucher" jener Länder, würde die unterschwellig (auf mich) wirkende oligarchisch organisierte Diktatur Demokratur der, nach Monopolismus strebenden, Marktführer rasch gezügelt, gar gebrochen werden. Dazu genügen zwei Stränge einer radikalen Richtschnur. Strang Eins sagt: Kaufe nichts, wo ein Barcode aufgeklebt wurde. Der Strang Zwei ist ein wenig liberaler, aber ungleich wichtiger: Kaufe nichts, wo ein einziger Inhaltsstoff angegeben ist, von dem du keine Ahnung hast, was man sich darunter vorstellen kann. Wem das zu lässig ist, der handele nach meiner heutigen, angepassten Herangehensweise, die den Strang Zwei voraussetzt: Wenn ich Strang Eins nicht befolgen kann, dann muss ich mir über den Hersteller und im zweiten Sinne über sein Produkt ausgehend autodidaktisch Informationen einholen, bevor ich es in den verbildlichten Einkaufswagen lege (- ich bevorzuge im Übrigen bei Einkäufen die eigene, alte und gute Jutetasche). Das klingt nicht nur sehr aufwendig, es ist es auch. Auf der anderen Seite ist da nur dieser eine, einmaliger Akt, den ich heutzutage praktisch über das Internet schnell lösen kann. Und in aller Regel bleibt es auch bei der einen und einzigen Eigenrecherche. Mein heutiges Einkaufsverhalten läuft ergo konform zum einfachen und grob-wirkenden Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht."

Meine kleine Welt wäre gesichert, wären da nicht jene elenden Vorgehensweisen von Endverkäufern, auf die ich jetzt ein wenig näher eingehen will. Über zwei Jahrzehnte beobachtete ich deren Vorgehen. Auf diese Eigenstudie stützt sich gleichsam meine einzige These, die darauf hinausläuft, dass hier eine große Verschwörung im Gange ist, die sicherlich eine Vielzahl von Leidtragender trifft; sie lautet folgendermaßen: Die guten Produkte verschwinden aus den Regalen.  
Jetzt ist es raus. Und ich kann auch noch eine weitere Folgerung darbieten: Einige der guten Produkte sind ausschließlich aus den Regalen der Ketten verschwunden, tatsächlich werden sie allerdings noch produziert und verkauft. Die Bezugsquelle ändert sich und damit der Preis, sowie mitunter auch die Charge. Im schlimmsten Fall sind solche Güter für den gewöhnlichen Endverbraucher schlichtweg quasi nicht mehr (rentabel) zugänglich, grundsätzlich oder aufgrund der erschwerten Bedingungen. Namentliche Einzelfälle will ich nicht aufführen, sollte ich wohl auch nicht, weil die Gefahr bestünde, dass mir dadurch Restriktionen und anderweitige Konsequenzen drohen könnten. Dennoch kann ich durchaus persönlich werden, vielleicht anhand zweier Beispiele, beide mit Happy End. 

Nummer Eins - Erdnussbutter
Ich liebe Erdnusscreme, leider, zu meiner Schande. Meine Liebe hat ihren Quell im Land meiner Erschaffung, dort, wo es geschmacklich wohl die besten Variationen gibt. 1987 aß ich erstmals diese Brotaufstrichspaste in einem Motel der Stadt Sarasota im Bundesstaat Florida der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einigen Pausen ist Erdnussbutter ein stetiger Bestandteil meines Frühstücks, das bei mir nur an Wochenenden praktiziert wird. Ansonsten bin ich Befürworter und Anwender des intermittierenden Fastens, das eben kein Mahl innerhalb einer gewissen Zeitperiode vorsieht. Ich handele quasi ähnlich dem jüdischen Hundehalter. Erst wird das "Vieh versorgt", dann ist es Zeit für den Menschen Nahrung zu sich zu nehmen. 
Bis Mitte 2002 war alles in Ordnung, ohne weiter ins Detail zu gehen. Dann kam es zum Umbruch. Die mir bevorzugte Marke wurde aussortiert. Ich suchte nach einer Alternative und fand sie bei einem afrikanischen Händler, der auch niederländische Produkte verkaufte, darunter eben auch eine Erdnusscreme, die meinen feinen Sinn für Geschmack traf. Das Glück währte nicht lange, und ich musste zwangsgebunden auf mindergute Ausweicherzeugnisse zurückgreifen. 2012 endete diese Periode glücklich. Bei einem freien Händler der Region fand ich meine heutige Sorte, die sogar noch besser mundet als die jähen Erstverkostungsprodukte aus dem Westen jenseits des Atlantiks. 

Nummer Zwei - Rasierklingen
Mein biologischer Fußabdruck ist trotz vieler negativer Einflüsse besser als der eines Durchschnittsdeutschen. Das liegt an zwei Variablen: a) ich esse vegan und b) ich verreise nicht weiter in die Ferne, als dass ich die zurückliegende Strecke innerhalb von einer Woche zu Fuß bemeistern könnte. Und wahrscheinlich bin ich nur bei diesen Punkten (gesamtheitlich gesehen) eine Vorzeigefigur. Was die Wahl meiner Gegenstände für die Rasur der Gesichtsbehaarung angeht, da gehe ich mit Sicherheit keine Wege, die ausgereift sind. Seit 2003 benutze ich Einwegrasierer, bevorzugt von einer bestimmten Marke. Deren Klingen sind wie für meine Haut und so weiter nahezu perfekt beschaffen. Anfang Mai diesen Jahres (2019) traf die Verschwörung meine kleine Welt. Plötzlich waren die Rasierer nicht mehr im freien Handel zu finden. Meine Recherche ergab, dass es auch anderen Menschen so ging. Man konnte die Klingen zwar noch (und nur) in immens großen Mengen im Internet erhaschen, dennoch stellte dies für mich persönlich keine brauchbare Option dar. Demnach hätte ich mich auf einem Schlag mit so vielen Paketen der Einwegrasierer eindecken müssen, dass mein Bedarf wohl auf viele Jahre gestillt gewesen wäre. Hamsterkäufe sind nicht gerade mein Ding, ich überlasse das anderen, die darauf Wert legen. Daher beugte ich mich den Umständen und sah mich nach Alternativen aus, die - um es kurz zu halten - (natürlich) nicht meinen Erwartungen entsprachen.
Bis Mitte September (2019) änderte sich an dieser Situation nichts, bis zu jenem Tag, als mich mein Weg hinein in einen Drogeriemarkt führte, den ich normalerweise nicht aufsuche. Meine Begleitung benötigte allerdings Produkte, die es nur dort zu finden glaubte. Aus reinem Zeitvertreib suchte ich die kosmetische Herrenabteilung auf. Nach einer kleinen Rundschau über die breite Palette an Parfums*, erweckte in mir der Entdecker. Nun gut, tatsächlich wollte ich mich nur vergewissern, dass auch hier nicht (mehr) meine Klingen aufzufinden seien. Und um eine lange Geschichte kurz zu halten: Ich wurde auf freudigste Weise überrascht. In jenem Fachgeschäft waren die Rasierer weiterhin im Sortiment. Ich muss nicht erwähnen, dass ich mich mit gleich zwei Packungen eindeckte. Seither bin ich glücklich.

Leider ist die Verschwörung ungemein real. Trotz meiner beiden positiven Beispiele, kann ich keinesfalls diese Tatsache negieren. Und daher will ich meine Aussage am Ende nochmals eindringlich wiederholen: Die guten Produkte verschwinden aus den Regalen.

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* Anmerkung: Seitdem ich vegan lebe (2012) kann ich keine unnatürlichen Düfte an Menschen mehr riechen.



      
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