(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

T'Sally lebt - Teil 5

Ich wachte auf. Unter Nachts. Völlig ungewöhnlich für mich. Als ob mich ein Albtraum trieb. Ein Traum, der Dinge verarbeitet, aus der Realität der Welt die ohne Träume auskommt. Solche Träume habe ich nie in dieser Weise, dass sie mich nicht im Laufe ihrer Traumzeit davon ablassen, das sie von mir ziehen, so dass ich nicht festgehalten werden kann, in jener materiell so arg begrenzten Welt.
Vielleicht ist das ein Umstand, den viele Menschen haben, für mich ist aber ein Traum, in dem ich auf diesen Planeten wandele, ein sehr seltener, der für mich mit dem Begriff "Albtraum" gleichgesetzt werden kann. 

So war mir nicht klar, als ich erwachte, ob ich wach war oder noch im Traum wandelte, denn jener war ja begrenzt auf diese Welt. 
Hatte sich dieses irrsinnige Geräusch nun auch schon in mir verankert oder war das alles nur eine Einbildung? Mein mir mitgegebener Körper steuerte zumindest seine Bewegungen in der des bipedialen Säugers aufrechten Gangart. Ob er durch die Mauerlöcher, durch die Räume des Gewerks der Unterkunft wandelte, war mir somit ebenso unklar, wie woher dieser elende Piepton seinen Ursprung hatte.
T'Sally lebt - Teil 4

Behutsam nahm ich T'Sally in meine Arme und trug sie auf die Couch. Ehe ich sie von der Rücklage auf ihren wohlgeformten Bauch legte, ergossen sich über mich wehmütigen Gedanken an die Zeit, die wir miteinander verleben durften. In jener Hoffnung - wohlgemerkt -, dass heute nicht der letzte Tag angebrochen war. Mir war klar, dieser Eingriff in ihr Innerstes wird kein leichter werden. Es verhielt sich ungefähr so, wie sich ein Student der Chirurgie fühlt, wenn er am toten Körper seinen ersten Schnitt ansetzt. Er weiß genau, es ist ein Sakrileg, dass er da bricht - und doch muss er es ertragen und ausführen, will er diese Arbeit einmal verrichten.
T'Sally lebt - Teil 3

Meine feste Überzeugung ist es, dass ein jeder Mensch genau dort aus seinem körperlichen Leib entschlüpfen soll - und jener dort auch sein ihm zustehendes Ende findet -, wo er etwas bewirkt hat, wo er etwas Erschaffen hat. Würde T'Sally in dieser Nacht mir hinwegsterben, dann wäre sie am rechten Fleck, denn hier bewirkte sie etwas - mit mir und mit allen, die daran teilhaben.
Fest meiner weiteren Einstellung, dass niemand auf der anderen Seite dieser Anschauung dort den letzten Lebenshauch vernehmen sollte, wo er sich vermehrt aufhielt, ging ich zu Werke. Damit man mich versteht, sei gesagt, dass ein sterbender Hund das Haus verlässt.
T'Sally würde ich das jedoch nicht ermöglichen können, von daher sollte ihr Ruheplatz nur geändert werden.
T'Sally lebt - Teil 2

Als ich sie so den Schlaf der Gerechten schlafen sah, dachte ich mir nur "Jawohl, du hast ihn dir verdient. Obgleich dein Schnurren der ruhigen Art mich auch noch heute wundersam entzückt, so bringt es mich in letzter Zeit doch öfters als erwünscht zur Weißglut." Gerade heute war sie wieder sehr rebellisch aufgesetzt. Das ist sie immer dann, wenn man sie überbeansprucht. Falsch ausgelastet streikt sie manchmal minutenlangen. Irgendetwas blockiert sie, vielleicht auch nur so ein Dinges, weswegen ich mit dem GzN-Blog erstmals umzog. Und doch bleibe ich zumeist ruhig, gibt es doch nicht nur sie und mich. Auch ich habe eine eigenständige Existenz. All diese Texte hier wären anders nicht in ihrem Ursprung entstanden. Freilich war sie inspirierend, doch nur zum geringsten Teil. Die geistige Nahrung besorgte ich mir nicht, sie kam von mir, aus meinem Inneren. Freilich, die Ausarbeitung, nun ja, jenes erweise ich, entstand zumal stets zusammen mit ihr. 
T'Sally lebt - Teil 1
Man fühlt sich wie ein Kishon, der die Fliege an der Wand sucht... oder so ähnlich. Vielleicht war sie auch am Fenster, ich weiß es nicht mehr. Mein Erinnerungsvermögen mag es mir verzeihen, habe ich doch soeben mindestens drei Stunden damit zugebracht, um im Dschungel des World Wide Web nach einer Lösung für ein mysteriöses Piep-Piep-Geräusch zu suchen, um später dann erfolglos selbst die autodidaktische Hand anzulegen. 
Dualitäten ad acta
Wenn die Brille abgelegt, die Nasenflügel und die Ohren sich entspannen von der Last, die sie trugen den ganzen Tage, dann komme ich nach Hause von der letzten Hunderunde. Und sogleich merke ich, dass selbst die Mauern aus Stein kein unüberwindbares Hindernis darstellen, für die dunkle Wolke, die mich verfolgt. Sie sind kein geeigneten Schutz um meine philosophische Ader in der Gesamtheit ihrer selbstbegrenzten Möglichkeiten auszuspielen. Sie zieht über mich her, ich bin wie ein Gegenpol für sie. Schwer, nur sehr schwer kann ich mich ihr entziehen. Sie versucht mir aller Inspiration zu berauben, jeglicher Kreativität zu entmannen – ein Wunder, dass ich 2 Blogs habe, die mich bei der Stange halten und sich heftig ihr entgegenstellen.
Doch was sie schaffen oder ich vielmehr durch sie, ist Letztenendes auch nicht unweigerlich mehr, als ein dümmliches Ablenken von den wirklich wahren und wichtigen Dingen des Lebens.
Wobei ein Gutes steckt dahinter: Zwangsbeschäftigung mit sich selbst! JA, aber nur wenn man’s denn (auch) kann. Und: wenn man’s denn will.