Eine deutsche Herangehensweise hin zum Wort Verstand führt über die Sprache. Wessen Sprache man spricht, sagt allerdings noch nichts aus welchem Volk man angehört. Um seine wahre Herkunft zu erkennen braucht es nicht viel. Von einem Rebbe habe ich mal gehört, dass es da eine ganz einfache Methode gibt, um das herauszufinden - eine jüdische Herangehensweise sozusagen. Man muss sich lediglich überlegen, in welcher Sprache man Geld zählt, dann weiß man schon, zu was man gehört. Die Folgefrage für den Nation..., Verzeihung, die Folgefrage für die BRD-Deutschen wäre: Zählen Sie noch in Deutscher Mark? Geht man weiter zurück im geschichtlichen Zeitstrang, werden die Antworten sicherlich noch seltsamer. Und ich spreche da nicht die Bayern und ihren Gulden an; das wäre schon ein Stück zu weit in der Vergangenheit.
Mit Vergnügen heißt auf Hebräisch Beratzon und bedeutet eher nicht das, was der Deutsche auf der Straße mit dem Vergnügen zur Sprache bringt oder vielmehr mit dem Ausspruch "Mit Vergnügen" verbindet. Man sagt es dermaßen beiläufig, als ob man zum Ausdruck bringen wolle, dass die Vitalität in Abwesenheit von Kummer und Sorgen mit einem ist. Es ist paradox, weiß doch der Ausrufer des Vergnügens, der Proklamier, dass seine Äußerung hochmütiger nicht sein könnte. Bis das Vergnügen ihm oder ihr ein Vergnügen wäre oder sein wird, für einen kurzen Moment zumindest, vergeht eine unsagbar lange Durststrecke - beileibe, wie ein Wadi in der Trockenzeit.
Die deutsche Sprache ist ein Wunder des Versprechens, versprechen tut sie aber nichts. Menschen versprechen sich und versprechen Leidgenossen Dinge, ob der Tag kurz oder lang ist. Tatsächlich ist ein Tag immer gleich lang, es sei denn man ist gut in der Suggestion, das Erleben an sich ist ja zweifelsohne subjektiv, weil kein Wesen ein Objekt ist. Ich meine - also ich denke -, es gibt schon Objekte der Begierde, die oftmals mit einem Wunsch assoziiert werden. Ich jedenfalls bin mir meiner ziemlich sicher: Ich habe schon so einige Versprechen gebrochen, die ich in aller Beiläufigkeit äußerte. In den meisten Fällen würde ich meine Vergehen aus der Vergangenheit auf ein zeitweiliges unterbewusstes Unbewusstsein schieben.
Der Goethe Portugals* schrieb in den 30er Jahren des letzten Jahrtausends einmal etwas von einer Herberge zur Vernunft. Sie läge auf halber Strecke zwischen dem Glauben und der Kritik. Mit der Vernunft an sich implizierte er, vielmehr sein Heteronym, den Glauben an ein Etwas, welches man ohne Glauben verstehen könne. Verstehen setzt allerdings voraus, dass da irgendetwas ist, dass man verstehen könne. Wer also unfähig ist dieses Etwas zu verstehen, wird nicht befähigt sein zu glauben, und wer keinen Glauben hat, der wird zur großen Zahl derer gezählt werden, die ihr Leben unvernünftig verdingten. Das Leben, so stand es in seinem posthum veröffentlichten Werk, sei ohnehin mit einer Herberge zu vergleichen; wie man das wahrnimmt, bleibt einem Jeden selbst überlassen. Die Blitze der Vernunft sind jedoch deutlich heller als die Finsternis des Lebens. Es ist vernünftiger die Emotionen dem Denken unterzuordnen, denn so wird das Leben fühlbarer.
Meine Laientheologie will ich jäh zu Ende bringen. Ohne Spickzettel, völlig unvorbereitet. Alles was ich bisher erzählte, war mitunter zu wenig und doch gleichsam irgendwie zu viel, könnte ich es doch mal bereuen. Ich werde allerdings nicht ablassen von dem Gedanken zu passender Zeit mal wieder ein wenig meine Lippen zu besprenkeln, um einen erneuten "Angriff" zu fahren. Die intensive Beschäftigung, sprechend, tat mir gut, verlangte sie doch ausdrücklich nach einer Vor- und sowohl als auch einer Nachlese.
Grüß Gott, sofern du ihn triffst. Ich bin ein Antitrinitarier, und ich darf das sein, weil wer gegen etwas ist, der muss auch für ein anderes Etwas einstehen. Ich kann nicht einfach nur ein gelbes Entchen auf einem schwarzen T-Shirt mit weißer Schrift tragen, dass in großen Lettern darunter drei Worte herauspresst, die eine Aussage vorgaukeln: ICH BIN DAGEGEN. Das kann man machen, aber auf den ersten Blick wird kein Wohlgefallen damit bekundet, für alle An-Seher und Leser, Betrachter und Erstaunte. Was alles jetzt nicht schlimm ist, selbst wenn dem nicht so wäre, und es jemanden erfreuen könnte. Es gilt die zweite Erkenntnis, die man gewinnt, wenn man fragt, gegen was das betreffende Individuum mit Hang zu - sagen wir - aussageneutralen Wortergüssen in Knappform ist.
Wir wissen alle, dass zum Neuen Testament nicht nur die vier kanonischen Evangelien gehören, sondern insbesondere auch die zahlreichen Briefe. Und um gleich die Butter vom Brot zu nehmen: Ich glaube keinem Theologen, der der Anschauung ist, dass im (vorhandenen) NT pseudepigraphische Schriften enthalten sind (- und nein, es gibt keine Ausnahmen, selbst der Hebräerbrief ist indiskutabel). Meine radikale Haltung, passend zum Diskurs, fußt im Wesentlichen auf zwei Pfeilern: a) bis auf drei Briefe entstanden alle Schreiben von Paulus in "Gefangenschaft"* und b) halte ich es (beispielsweise) für unerhört, wenn man den 2. Timotheusbrief den Paulus abschreibt, das heißt der Meinung ist, er wäre nicht von ihm und erst nach seinem Tod geschrieben worden.
Der wirklich letzte Nachtrag zum Schawuot und meiner (Ver-)Zählweise: Das Datum 2448 a. H. stimmt. Ich habe in meiner Tabelle die Verheißung Abrahams einfach mit 105 Jahren angesetzt, was ein laienhafter Fehler ist, denn da muss 100 stehen. Daher stimmt der jüdische Kalender. Das nebensächlich und in Klammer bei Schawuot und 40plus erwähnte [Zitat Anfang] "(streng ausgehend, was mir das Alte Testament sagt - ohne Interpretation [des NT]!)" [Zitat Ende] soll nicht ungehört bleiben. Der Einschub ist immens wichtig, denn zählt man anders, verleugnet man ein ganze Volk! Die biblische Chronologie des Alten Testaments DARF NICHT - unter keinen Umständen - mit der des Neuen Testaments verbunden werden! So eine Gangart hat mit einer Vermischung nichts mehr zu tun, sondern hat den Stellenwert einer Negierung und - ich wiederhole - einer Leugnung!
Nachträge sind meistens erleuchtender als "Vorträge", wenn "Vorträge" Antonyme für "Nachträge" wären. Als Beispiel gilt hier, um pfingstlich zu bleiben, der Nachtrag zum Johannes-Evangelium, der doch meist zu kurz kommt. Und dennoch: Ohne diesen gäbe es wohl keinen "Kirchenvater Petrus", wenn ich das mal so ganz salopp formulieren darf. Man mag davon halten was man will, so steht es aber geschrieben. Mir persönlich, um die Notiz zu geben, hätte man auf die kleine Anekdote ruhig verzichten können. Ich sage das deswegen, weil ich es auch ohne die explizite "Wink-mit-dem-Zaunpfahl"-Erwähnung gerafft hätte.



