(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

Vom Mädesüß und Himbeerstrauch, Teil 3

Es gibt das Klischee, dass die arbeitenden Bevölkerung - malochend in einer Wohlstands-5-Tages-Woche -, dazu neigt, den Montag nach einem ereignisreichen oder eher ausgefüllten Wochenende zu verdammen. Pfeifend schleicht sich der in Lohn/Gehalt und Brot stehende Unselbstständige mit dem Liedlein "Tell me why I don't like Mondays" zum Ort des Schaffens, was auch immer er schafft und welchem Klischee er sich dabei auch immer bedient, es ist das kitschigste aller, das überhaupt nichts mit Kunst - mit Lebenskunst! - zu tun hat. Kundera (-, Milan -) schrieb zum Kitsch mal, das er - der Kitsch - die absolute Vereinigung der Scheiße ist, im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne. Er benennt im Zusammenhang die Verkennung des ursprünglichen Wortsinns, wonach der Begriff Kitsch in seiner metaphysischen Bedeutung verwischt wurde. Den Wortlaut bekomme ich auswendig nicht hin, aber es stammt aus seinem - meiner "Meinung" nach - besten Werk, dem einzige, das ich auch kenne: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins*.
[* Carl Hanser Verlag, 1984. Buch-Nr. 100106, Seite 326 ff.] 
Vom Mädesüß und Himbeerstrauch, Teil 2

Genauigkeit liegt mir nur dann, wenn ein Spleen, den ich selbst entwickelt habe, mir es vorschreibt. Ich kann es daher nur meiner mir eigens einverleibten Oberflächlichkeit zuschreiben, wenn ich Dinge nicht finde. Mir liegt das abstrakte Suchen nicht, ich tue es lieber intuitiv. Instinkte habe ich dafür nicht, aber ein Etwas mit mir, das mir den Weg zeigt. Oft höre ich aufgrund meines Stur(un)sinns nicht darauf, darf mich wenige oder längere Zeit später - je nach Hartnäckigkeit - in dieser Gemeinsamkeit wiederfinden, was auch gut und wichtig so ist, wäre ich doch sonst auf mich gelassen verlassen, hoffnungslos quälend, herumirrend in meiner eigenen Destruktion. Diese zerstörerische Kraft, die gar keine Kraft hat, gäbe es überhaupt nicht, wäre da nicht die Macht der Konstruktivität. Oder anders - und gleichsam wohl analogisch konkret - formuliert: Licht wirft keinen Schatten*.
[*Anmerkung: Ein Buch von Armin Risi (Link)]
Vom Mädesüß und Himbeerstrauch, Teil 1
Es gibt Gedanken und Geschichten und Dinge, die Menschen für sich behalten. Geheimnisse wäre ein umschreibender Begriff, der es nicht gut beschreibt, denn es muss schon viel sein, was man für sich behält, um daraus etwas zu basteln, das man einer neu ausgerufenen Krankheit mit illustren Namen zuschreibt. Ich schreibe das alles nicht, denn so etwas darf man nicht schreiben, man muss es sprechen. Meine treibenden Nicht-Wort-Gedanken driften dabei nicht zu wirklich ungewöhnlichen Schauspielen, die niemals nie jemand wissen darf, aus welchen Gründen auch immer. Es geht mir mehr oder weniger oder gänzlich nur um Banalitäten, die jeder mit sich herumschleppt und die - weil niemals nach außen getragen - einen gewissen Anspruch an Trivialität mit sich bringen. Ich denke an solche Sachen, die selbst bei den besten monogamen Beziehungsgeflechten und in den stillsten Momenten für bspw. ein gelungenes Betthupferl an den Lebensteiler getragen werden.
[Für die LeserInnen: Denkpause.]
[interloúdio] Banausīe
Am 11. Tag im Julmond unterlief mir ein schriftlicher Fauxpas, den ich im ersten Gedanken auf die digitale Schnelllebigkeit, insbesondere in der Korrespondenz - der schriftlichen - schiebe. Solche Fehlgriffe in der Wortwahl passieren pausenlos, und manchmal trifft es auch mich. Sehr oft sogar, doch niemand überdenkt offensichtlich meine geschriebenen Worte und überliest es, lässt es unerwähnt oder weiß schlichtweg nichts von der Falschheit. Ich spreche von bestimmten Worten, die im Gesamtkonzept einfach nicht richtig gewählt wurden. 
Geschlecht in allen Sinnen
Meine letzte Erzählung aus den Worten ruht nun schon zu lange vor sich und alleine herum. Mein nach Außen zerstreut wirkender Kopf ist oftmals tatsächlich das, was er vorgibt zu sein. Es gibt nur wenige Momente in einer Stille der gesamten Existenz, wo er sich über die wirklich wichtigen Dinge eines Menschlebens und des Seins im Großen und Ganzen oder vielmehr in den kleinen Details philosophische Lautsprech- oder gar Bildergedanken machen kann. Ansonsten ruht dieser Geist, den ich in der Gesamtheit als meinen nicht ansehen will und es doch nicht leugnen kann, ... ja, er ruht, um es in den geringsten aller Wort unzutreffend auszudrücken. Selbst wenn vieles, was ich in dieses Sprechrohr puste, mit Lautsprache in Worten, irgendetwas anderes bei einem fremden Geist zum Ausdruck bringen mag, so bin ich doch beschämt über all das Triviale, das zwischen ein paar wenigen klugen Sätzen ruht. Denn auch das ruht und ist nicht mehr oder weniger Wert als ein Sein, das zu selten mit ruhendem Geist lebt. Es ist nur ein Beleg für schwammige Äußerungen gepresst in Buchstaben einer Sprache, die ebenso nichts wert ist, um für sie einzustehen. Diese Sprache kann nichts anderes als ruhen. Und so scheint es klar zu sein, warum die meisten Köpfe in einer Zerstreuung ruhen. 
Die Kollegin der Lieblingshausfliege
Sie hat das Haus verlassen. Nach draußen, in die Natur, in die Freiheit. Sie, die Kollegin meiner Lieblingshausfliege. Sie, die so ähnlich war, wie die Kollegin meines Lieblings(haus- und hof)hundes. Ich spreche diese Zeilen im Liegen. Ich liege auf einer Zweisitzer-Couch, der Kopf zum Fenster zu meiner Linken, die Beine irgendwie auf die Lehne am Ende gen Süden. Ich schaue nach oben und entdecke sie - meine Lieblingshausfliege. Sie ist schon so lange da und ich kenne bisweilen gar nicht ihr Geschlecht. Ich kannte auch nicht das Geschlecht ihrer Kollegin, die jetzt verschwunden ist. Seit Tagen haben sie mich begleitet, genauso wie mich jahrelang zwei Lieblingshunde begleitet hatten. Die Kollegin meiner Liebsten verließ das Haus, doch nicht weit entfernt vom Hof hat sie ihre Ruhe gefunden. An einem Ort, wo sie mit mir bereits die letzten beiden Tage ihres Dasein verbrachte, wollte sie doch schon gar nicht mehr ins Haus. Draußen war die Luft reiner, das Atmen fiel ihr einfacher, und dennoch konnte sie sich nicht mehr so recht und für längere Zeit hinlegen. Die Wassereinlagen machten ihr es schwer. Sie muss die letzten zwei Tage nicht mehr richtig geschlafen haben. Apathie war in ihren Augen zu sehen, mit allem Recht. 
Gewinnspiel
Ungesprochenes 

Groschenhefdla zwecks Nachhaltigkeit‹ [GzN] - unter diesem Kredo bin ich just bei einer Reihe von Druckveröffentlichungen aus diesem Blog.
Mehr Infos hier: www.blog.adelhaid.de. 

Teil 1 und der Teil 2 sind schon erschienen, Teil #3 folgt in Kürze.

Weil es beim ersten Teil einige Fehldrucke gab (siehe Link oben), die mir versehentlich zugeschickt wurden (erst heute wieder), verschenke ich aus diesem Anlass 6 jener ›Mini-Bücher‹ des ersten Teils (mit dem Titel ›Hundekot‹) aus der Reihe samt Widmung und dergleichen an die ersten KommentiererInnen hier im Blog.  

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Viel Erfolg!
Liebster Award
Mal "audioaktiver". Nichts Neues (hier), aber endlich mal wieder ein Beitrag...
Den sog. Liebster Award brauche ich keinen Blogger erklären, denn kennt jeder.
Nominiert hat mich Pflanzenköstler der liebe Ronny von fleischjunkie.de.
[Nachtrag - seine neue Domain heißt: TBS-Entertainment]



Das erwähnte Interview: Adelhaid's Herrchen blog(g)t!
Das erwähnte Buch mit dem kryptischen Titel "D3S" erscheint demnächst und wird spätestens Anfang 2017 im Handel erwerblich sein. Infos folgen (wie immer) zeitnah an jener Stelle: www.ahb-blog.de.

Die einzige Frage aus dem Gespräch kurz zusammengefasst:
Lebendiges zu toten Trinkbarem... - warum macht sich der Mensch die Mühe?
Jeder, der sich iwi bloggerisch beteiligt, bekommt ergo von mir diesen Award.