(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

Digital Detox – Die neuen Gefühle
Die neuen Gefühle am Nachmittag drangen von außen an mich heran und hatten ergo nichts mit den inneren Vorgängen des digitalen ›Ausnullens‹ zu tun. Und leider handelte es sich dabei nicht um eine Nebenwirkung der Entgiftung. Dennoch – ich kann es nicht leugnen –, eine krude These ging mir im Kopf herum, eine gewagte Vermutung, ein Potpourri aus Gefühlen, akustischen Observationen, gepaart mit einem Happen absurder eigener Erfahrungswerte. Ob auch nur ein einziger Funke Wahrheit vorzufinden sein wird, werde ich, wenn überhaupt, erst am Ende meiner Tage auf Erden wissen, sofern mir natürlich ein langes Leben beschieden sein sollte. Und selbst wenn dem so wäre, in etlichen Jahren dann, bliebe es trotzdem eine über alle Maßen hinausgreifende/hinausreichende, persönliche Note, die ich hier und heute gerne mitteilen möchte. Nein! Korrektur. Ich will und werde sie niederschreiben, in erster Linie für mich als eine Art von Kontrastprogramm, denn eines ist fraglos gewiss: Die Welt begleitet nicht immer Friede, Freude und Einigkeit.
Die folgende Aufzählung ist ganz und gar nicht logisch, möglicherweise ist sie sogar unvernünftig, mit Sicherheit aber durchtränkt von leicht bekömmlicher Sprache. Kein Anstrich von Poesie, nicht ein Hauch von Prosa verbirgt sich dahinter – und trotzdem, gegebenenfalls, mag es reichen, um den Status eines hastig hin(nieder)geworfenen Aphorismus zu erlangen, der nun beginnt:

Ist man nicht lebendig, wünscht man sich das Leben.
Ist man ein Embryo, wünscht man sich die Geburt.
Ist man geboren, wünscht man sich das Säuglingsstadium zu erreichen.
Ist man ein Säugling, will man weg von der Brust und zum Kleinkind reifen.
Ist man ein Kleinkind, will man ein vollwertiges Kind werden.
Ist man lang genug ein Kind, will man ein Jüngling, ein Teenager werden.
Ist man ein Jüngling, strebt es einem nach dem Erwachsensein.
Ist man ein Erwachsener, wünscht man sich ein eigenes Kind zu haben 
– eines, das die gleichen Stufen durchläuft, denen man einst selbst ausgesetzt war.

Ab hier fängt die ›Erzählung‹, die eigenwillige Weisheitsmelodie, von neuem an (zu spielen) – mit dem Unterschied, dass jeder Satz nun mit den folgenden Worten beginnt: ›Ist das eigene Kind ...‹. Der zweite Teil des Satzes muss dann entsprechend abgeändert werden; für ein Beispiel: ›Ist das eigene Kind lang genug ein Kind (gewesen), will man, dass es ein Jüngling, ein Teenager wird.‹ Und ja, nun kommt meine Hypothese ins Spiel, die da so geht:

›Ist das eigene Kind bereits erwachsen, aber noch kinderlos, hat man ein Problem mit anderen/fremden Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern – oder gar Säuglingen.‹

Wie das dann weitergeht, also der (ewige) Lauf, der Dinge vorantreibt, die sich ergeben oder nicht ergeben, sich entwickeln oder nicht entwickeln, ist und wäre reinste Spekulation – für mich zumindest. Ganz einfach deswegen, weil ich noch lange nicht in diesen speziellen Lebensabschnitt eingetaucht bin. Vielleicht mag man die Geräusche der eigenen Enkelkinder, vielleicht erträgt man sie lediglich (für eine gewisse Zeit) oder vielleicht nur dann, wenn sie sich gebührlich oder einigermaßen ruhig verhalten, und ergo entgegen ihrem eigenen Naturell. All das weiß ich bisweilen noch nicht, eventuell werde ich es auch niemals in Erfahrung bringen. Doch wenn ich eines aus meinen stillen Beobachtungen abstrakt ableiten kann, dann ist es das, dass man sich im Greisenalter wünscht auch im Äußerlichen wieder ein Kind zu sein, das man mit etwas Glück und Geschick im Innerlichen schon ist oder – im besten Fall – niemals etwas anderes als ein solches, nahezu unschuldiges Wesen war.

Butter vom Brot, nicht bei den Fischen. (Weder Butter, Brot, noch Fische sollte man essen, es sei denn man ist einer Überlebenssituation ausgesetzt.) Meine neuen Gefühle am Nachmittag sind als eine unmissverständliche Abneigung gegenüber lärmenden Kindern zu werten, die im gegenseitigen Spiel miteinander ausgelassen tob(t)en, als ob es kein Morgen gäbe. Und ja, ich hasste mich dafür selbst – in jenem Augenblick am Nachmittag, abseits dieser Zeilen jedoch keineswegs. Ich glaube ja standhaft, dass Greise/ältere Menschen die hohen Kinderstimmen beileibe nicht mehr richtig/komplett verstehen können, was ein kleines bisschen Hoffnung stiftet. Eine Schlussfolgerung darzulegen, erspare ich mir. Das muss alles mit meinem ›Hörproblem‹ im Zusammenhang stehen, womit ich wohl jeglichen Wind aus den Segeln genommen habe oder zu haben hoffe. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
      
0 Gedankenkommentare
  
Welche Farbe schwingt dein Wort? ↳K()m|\/|e|\|t|€r[- es↵
H I N W E I S: Durch das Hinterlegen eines Kommentars werden deine jeweiligen Daten hier im Weblog gespeichert (siehe Datenschutzerklärung). Nach dem Klick auf ↳K()m|\/|e|\|t|€r[- es↵ öffnet sich ein neues Fenster. Dort musst du deine Identität über reCAPTCHA bestätigen. Nach dem Einstellen des Kommentars wirst du auch eine E-Mail bekommen; dennoch: Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben noch anderweitig (bspw. für Werbezwecke) missbraucht und dienen ggf. nur zur Kontaktaufnahme.

Und/oder: T[-I↳€ ↙es↘ ❤ Dank.

F()↳9€ ↙dem↘

WhatsApp-Kanal