Der zweite Abend begann wie der erste und endete ähnlich. Essen, Bier, Lesen im Freien. Regelmäßige Mahlzeiten sind wichtig, Gerstensaft war notwendig und die finale Lektüre des Sullivan-White-Werks erschien mehr als überfällig. Drei Kapitel lagen noch vor mir. Dazu der Epilog, die Danksagung und das Nachwort. Der 20. Abschnitt begann auf Seite 215 und die Schlussrede endete auf der Seite 251 mit der Zeitangabe ›März 2008‹. An solch unwichtige Details kann ich mich stets spielend leicht erinnern, vielleicht nicht mehr in einigen Monaten, aber allemal für eine begrenzte Zahl an Wochen.
Apropos: Während ich jene Zeilen schreibe, sind zwei Wochen ins Land gezogen beziehungsweise bei genauerer Betrachtung: 16 volle 24-Stunden-Zyklen. Darüber hinaus werden mit Sicherheit weitere 1.440 Minuten verstreichen, ehe ich diesen Eintrag vollenden werde. Mein Stift hat, btw, gerade eben zeitweilig gestreikt, doch nun geht er wieder. Darin liegt allerdings nicht der Grund. Es dunkelt so langsam vor sich hin, die Tage werden immer kürzer und insbesondere nach dem Augustende ist das deutlich spürbar; richtig ausformuliert müsste es freilich heißen: ›macht sich das deutlich bemerkbar‹. So ist das halt, wenn man handschriftlich auf Papier schreibt und für einen kurzen Augenblick das Denken vernachlässigt. Heute ist kein guter Abend zum Schreiben. Meine Hand hat mit Schmerz zu mir gesprochen. Aufgabe! Nach gerade einmal zwei Buchseiten. Es wird einen Morgen im jungen September geben, ein drittes Frühlicht und gewiss auch eine vierte Dämmerung.
