(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

Digital Detox – Die neuen Gefühle
Die neuen Gefühle am Nachmittag drangen von außen an mich heran und hatten ergo nichts mit den inneren Vorgängen des digitalen ›Ausnullens‹ zu tun. Und leider handelte es sich dabei nicht um eine Nebenwirkung der Entgiftung. Dennoch – ich kann es nicht leugnen –, eine krude These ging mir im Kopf herum, eine gewagte Vermutung, ein Potpourri aus Gefühlen, akustischen Observationen, gepaart mit einem Happen absurder eigener Erfahrungswerte. Ob auch nur ein einziger Funke Wahrheit vorzufinden sein wird, werde ich, wenn überhaupt, erst am Ende meiner Tage auf Erden wissen, sofern mir natürlich ein langes Leben beschieden sein sollte. Und selbst wenn dem so wäre, in etlichen Jahren dann, bliebe es trotzdem eine über alle Maßen hinausgreifende/hinausreichende, persönliche Note, die ich hier und heute gerne mitteilen möchte. Nein! Korrektur. Ich will und werde sie niederschreiben, in erster Linie für mich als eine Art von Kontrastprogramm, denn eines ist fraglos gewiss: Die Welt begleitet nicht immer Friede, Freude und Einigkeit.
Digital Detox – Die neuen Pfade
Die alten Pfade beschritt ich zur Mittagsstunde (gemäß irregulärer Sommerzeit). Zu allem Überfluss waren davor und indes ein paar Dinge zu regeln. Der Inhalt der Kanne näherte sich seinem unweigerlichen Ende entgegen. Mit dem letzten Schluck galt es sich für mich zu ›kultivieren‹. Zuerst hatte die Gesichtsbehaarung zu weichen, danach ging es an die ›Katzenwäsche‹ inklusive der Reinigung der ›Beißerchen‹. Die Garderobe fiel schlicht aus: Jeans, T-Shirt und Hemd sollten es tun, sollten genügen, um kaum aufzufallen, nicht hervorzustechen von den mit höchster Wahrscheinlichkeit anzutreffenden Menschen – oder sagen wir es freundlich und förmlich: vor der lieben Mitbürgerschaft.
Digital Detox – Der neue Morgen
Der neue Morgen begann um kurz nach 7 Uhr. Meine erste Tat bestand darin, die ›Zerstörung‹ des Nachtlagers voranzutreiben. Der Rückbau der Liege zu einer Sitzfläche hatte noch vor der ersten Zigarette oberste Priorität. Als die Ordnung binnen kürzester Zeit wieder hergestellt worden war, kamen die Verunreinigungen zutage. Denn wenn man ein ausziehbares Sofa in 12 Jahren kein einziges Mal als Schlafmöglichkeit nutzt, dann sammeln sich unweigerlich Dreckpartikel an; in meinem Fall waren es größtenteils Staubablagerungen in Form von Knäueln. Die erste Fluppe musste ich mir gleichsam schwer erarbeiten.
Digital Detox – Das neue Geräusch
Das neue Geräusch in einer drückend heißen Sommernacht Mitte August des Jahres 2025 war dem Zirpen einer adulten und geschlechtsreifen Grille geschuldet, deren Anschauung darin bestand der holden Weiblichkeit zur fortgeschrittener Stunde ihre Motive zu vermitteln. Anfangs hielt ich die ständig wiederkehrende ›Melodie‹ für störend, schlief nichtsdestotrotz dabei ein und wachte kurze Zeit darauf erneut damit auf. Mein Polo-Shirt war aufgrund der drückenden Schwüle im Nackenbereich bis zum Kragenansatz von meinem eigenen aus-/abgesonderten Schweiß klatschnass – and the night was still young. Ein Blick auf die Wanduhr offenbarte mir nicht nur die Uhrzeit – es war 20 nach 1 –, sondern gleichfalls die Tatsache, dass mein Abdriften in die andere Form der Realität, zumindest dessen (gescheiterter) Versuch, nicht lange währte. Das potente Insekt kannte weder mich noch meine Probleme mit ihm. Sein ›Flirt-Konzert‹ sollte ungemein länger andauern und streckenweise deutlich an Intensität zunehmen, wie ich später feststellen musste. Unberührt davon entschied ich mich, meinen Schlafplatz von einem Zweisitzer-Sofa auf eine Matratze auf dem Boden zu verlegen. Rasch wurde mir jedoch klar, dass das ein teures Unterfangen werden könnte, eines, welches mir am nächsten Morgen, und weit in den Tag hinein, ein körperliches Unbehagen abverlangen würde. Die Matratze war für den harten Boden zu dünn für einen Menschen wie mich, der sich durch Annehmlichkeiten der zivilisierten Welt verweichlichen ließ. Es bedurfte einer anderen Lösung, wollte ich nicht mit Gliederschmerzen aufwachen und die Hälfte eines Tages mit selbigen zubringen.
Digital Detox – Die Vorrede
Digital Detox – eine elektronische Entgiftung sozusagen – schien mir (im vergangenen Jahr) derb überfällig. Mein letzter bewusster Verzicht auf Medien, Internet und alles Drumherum lag lange zurück, in Zeiten, als es den Begriff zwar schon gab, dieser aber noch keinen geltungsbedürftigen Stellenwert bei der breiten Masse (insbesondere der jüngeren Bevölkerung) hierzulande einnahm. Ich nannte es damals schlicht und ergreifend ›Medienfasten‹. Zugegebenermaßen war das etwas gänzlich anderes, ohne an der Stelle näher darauf einzugehen. Nur insoweit sei gesagt: Einst, 2015, stand die Ergründung der eigenen Inspiration primär im Vordergrund, und natürlich die vorherige Erweckung jener. Bereits 3 Jahre früher (anno 2012) unternahm ich einen ersten Angriff, doch hier ging es eher um das ›Ausnullen‹ in Bezug auf musikalische Unterhaltung. Weitere Betätigungen vor 2012 hatte ich nie dokumentiert, es schien mir ohnehin nicht nötig und das Hobby des Bloggens lag meilenweit entfernt von mir. So gesehen, summa summarum, war das im Grunde mein allererster Digital Detox, der zwar kurz weilte, es allerdings in sich hatte. Sozialer Kontakt nach außen war limitiert, ich will fast sagen, gänzlich absent. Keine Freundschaftsbesuche oder ähnliches, nahezu null Aktivitäten mit der Welt an sich. Einfach Ruhe für ein Wochenende und ein wenig darüber hinaus. Und um es vorzugreifen – without spoilers: Es war wunderbar. Exakt in der Art fühlte sich das Leben in meiner Jugend – vor mehr als 3 Dekaden! – an.
n8 ipsum – Finale
Das Finale der Blindtexte-Sammlung steht an. Nicht traurig sein. Nicht weinen. Blindtexte schreiben sich von alleine, denn sie werden aus Langeweile gesprochen. Ach, egal. Bitte geh heulen. Flenne aus ganzen Stücken. Lass die Tränen fließen. Schluchze, schreie, jammere, mach ganz viel Gezeter. Denn mancher Blindtext findet das Leid anderer anregender als die eigene Freude. Der süße Traum vom Glück auf den Rücken des Pechs eines Fremden versteckt sein Antlitz hinter der eigenen, vorgehaltenen Hand. Wie schmal ist die Kluft zwischen Schadenfreude und Sadismus? Was ist einfacher: Sich als Verlierer mit dem Gewinner zu freuen oder als Gewinner mit dem Verlierer zu trauern? Und für eine flauschige Folgefrage: Was ist reizvoller?
Ach, einerlei. Bitte weder Weinen noch Nachdenken: Verkopfter Scheiß ist wie eine Zicke ohne Geißbock.
n8 ipsum – Langes
Hi. Ich bin die Maxi-Ausgabe eines kurzen Blindtextes. Viele Wörter stehen mir zur Verfügung. Das ›Lorem ipsum dolor sit amet‹ darf ich trotzdem nicht verwenden. Ich wurde gebrieft. Instruiert. Aufgeklärt. Geschult. Belehrt. Insbesondere Letzteres. Für mich gelten Regeln. Verbote. Massive Einschränkungen. Das wird nicht leicht werden. Ich komme darauf zurück. Es soll den Inhalt bestimmen. Größtenteils. Und das war kein Scherz. Leider. Ich darf nicht versagen. Fehler sind verboten. Fehler sind nicht erlaubt. Einer genügt. Dann ist es vorbei. Dann bin ich Geschichte. Kein Anzählen. Keine Verwarnung. Glattes Rot. Runter vom Feld. Ab in die Kabine. Eine kalte Dusche ruft. Der Pausentee ist alle. Aus die Maus. Ende Gelände. Schluss mit lustig. Schicht im Schacht. Gute Nacht. Klappe zu. Der Blindtext ist gestorben. Er war einmal. Er ist nicht mehr. Ohne Abendbrot geht es direkt ins Bett. Keine Gutenachtgeschichte. Kein Gutenachtkuss. Selbst der Gutenachtgruß entfällt. Irgendwie traurig.
n8 ipsum – Kurzes
Hi! Ich bin die Mini-Ausgabe eines langen Blindtextes. Nicht einmal 300 Wörter stehen mir zur Verfügung. Das ›Lorem ipsum dolor sit amet‹ und so weiter schenken wir uns daher. Sofern der Platz nicht ausreicht, ende ich abrupt. Nein. Kleiner Scherz. Wird wohl nicht passieren. Hoffe ich zumindest.
Reicht das schon? Kann ich dann gehen? Habe ich endlich Feierabend? Nein? Wieso? Ach so. Echt? Wirklich? Die Einleitung hatte weniger als 300 Zeichen? Das glaube ich nicht. 296. Ohne Leerzeichen sogar nur 250. Aha. Das hätte ich nicht vermutet. Schließt das auch Sonderzeichen, beispielsweise diese einfachen französischen ›Guillemets‹ in deutscher Verwendung, mit ein? Oh! Das tut es. Tja, in dem Fall, gönne ich mir mal einen inspirativen Absatz.
n8 ipsum – Erratisches
Vereinzelnde Blindtexte driften auf einen Kamikazekurs. Schlimmer noch: derb inkonsequent, permanent im Schlingermodus, verstreut in der Irre und gepaart mit unsäglichem Wahnsinn. Solche Blindtexte sind wie ehrliche Politikerinnen – sie sind so selten wie noch nicht deflorierte Buhlerinnen. Ihre klare Vorstellung von gehaltvollen Inhalten steht in reziproker Relation zu ihren abgeworfenen, substanzarmen, bedeutungsleeren und geradezu alltäglich daherkommenden Sujets. Auf gut Deutsch: Gegenstandsloses Gestammel bedingt ein Urvertrauen in sich selbst. Neidisch werden sie beäugt von den Standardplatzhaltern ihrer Zunft. Amateurhafte Nachahmer soll es einige geben, munkelt man im Geheimen und speziell hinter verschlossenen Türen. Nachvollziehbar ist das nicht für einen gesunden Geist. Der pathologische Tiefflieger dagegen feiert die Idiotie, mitunter durch exponentiellen Aktionismus oder exorbitanten Aktivismus. Extreme sind protektionistische Wirksamkeitsmaßnahmen. Willkommen im erratischen Blindtext. Es wird wild.