(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

Schawuot, "Warm-up"
Mir erzählte mal eine Muse von einem ihrer Vorleben. Es sollte in Ägypten gewesen sein, und sie war eine Dienerin der Königin, so sagte sie es. Ich ließ sie reden und am Ende fragte sie mich, ob ich dazu auch was wüsste, so auf die Art, ob ich da auch war. Ich negierte das kurz und knapp mit kargem Wortlaut: "Kann ich nichts dazu sagen, ich war nie in Ägypten."  Das war nicht wirklich gelogen, aber es war auch nicht wirklich eine richtige Antwort. Ich wollte über düstere Trübsal schlicht und ergreifend nicht reden, vielmehr nicht darüber nachdenken, mich keinesfalls erinnern (müssen).
Der ewig-freye Donnerstag
Noch ehe er naht, denke ich an ihn. Ich denke allerdings da auch an meine letzten Worte beim "Freyatagsgebet", und ich habe sie zu korrigieren - alsbald mit einem Eigenzitat, gewiss nach dem Prolog. So viel oder wenig sei gesagt, dass es um den Freitag geht. Heute ist Rogate - der 5. Sonntag nach Ostern -, heute können sie nach zeitgenössischer Manie beginnen - die drei Bitttage von dem "ewig-freyen" Donnerstag. Wer zählen kann, entdeckt den Fehler: Sonntag - Montag - Dienstag - Mittwoch. Daraus kann man nur wohlwollend schließen, dass der Bittsonntag nicht dazugerechnet wird. Ich verzeihe mir selbst meine Unkenntnis. Ich hätte ahnen müssen, dass der nur für das litanei'sche Einschwingen dienlich ist, oder etwa doch nicht?
Freyatag
Schalom, ich bin ein adventistischer Kreationist, der keiner sein darf, weil er noch keiner ist. So viel an Unklarheit im ersten Satz verlangt nach einer klaren Aussage: Ich bin kein Nietzscheist, keine - nahezu unerträgliche - Gestalt, die den Nietzscheismus frönt. Und wer auch dem Glauben schenkt, der tut gut, dem Glauben daran wieder abzustoßen. Ich bin ein gedankenschwerer und mit Hoffnung geschwängerter Idealist, der selbst zwischen dem großen Friedrich und mir, der kleinen gepellten Sojawurst, einen kausalen gemeinsamen Nenner findet: Es ist die Leidenschaft radikale Kritik in dem Sinne zu äußern, das sie nicht nur den Anschein erweckt, einen Streit vom Zaun zu brechen. Das Objekt unser beider Begierde soll die Kirche und das damit verbundene Christentum sein.
Verschw., pers. - #3: Das Exkrement
Rezipienten und Rezipientinnen, aufgepasst: Wer sich bislang in einer meiner "Verschw., pers."-Geschichten komplett erkannt hat: Ich würde ihn/sie gerne kennenlernen; speziell die "Sies" bei Sympathie und Unbefangenheit auch gerne "pers.". Wer sich allerdings bislang in keiner Erzählung wiederfinden konnte, dem brauche ich nicht zu beglückwünschen, "because the odds seem to be in your favour", zumindest bis zu diesem Punkt. Aufgrund der Banalität des Unterfangens, um das es hier gehen wird, bin ich nämlich äußerst zuversichtlich, dass ich ein Gros der Leser- oder Hörerschaft einfangen werde. Nur eines vorweg: Der Titel ist keine Hascherei und verdient daher einen Hashtag - #exkrement -, und benötigt diese dringende Spoiler-Warnung: Wem Urin und Kot zu eklig sind, der höre umgehend auf zu lesen. 
Verschw., pers. - #2: Der Elch, T3

"Ah", wie "Ahh, zu Hilfe, eine Ahhh-Klasse" wollte ich schreien und dabei mit emporgehobenen und wild gestikulierenden Arm- und Handgebaren - ähnlich wie die Figur Olivia bei Popeye - davonrennen, tat es aber nicht. Es waren drei Monate vergangen und ich hatte in meiner unbeschwert-jugendlichen Art die Vorkommnisse des letzten Jahres schon längst nicht mehr im Sinn und ebenso niemals so etwas auf den Schirm, was mir seinerzeit dargeboten wurde. Apathie war mein einziger Helfer. Wenn ich jetzt ein männliches Abbild von Olivia wäre und meine Rot-Reinkarnation der Marlene Dietrich eine weibliche Version des spinatessenden Seemanns, ja dann, wäre der Fall geritzt. Ich könnte es tun, schreiend zu ihm/ihr laufen. Doch weder war ich Olivia noch sie Popeye. Vor allem aber: Sie war nicht da. Während ich in der Folge in der Abteilung verharrte, wo sie im letzten Jahr ihre Ausbildungszeit verbrachte vergeudete, war sie weit ab vom sprichwörtlichen Schuss, im anderen Gebäudedistrikt, da wo die Verwaltung sich selbst verwaltete. Eine Tragödie, für mich, und möglicherweise auch für sie.
Verschw., pers. - #2: Der Elch, T2

Den Zusammenhang zwischen Hexen und meinem Verschwörungs-Sandwich-Dingens hatte ich vergessen aufzuklären. Ich habe da mehrere Theorien, die plausibelste ginge so: Die mythologischen Figuren [Hexen] sind meistens als ältere Frauen skizziert und haben ein bevorzugtes Transportmittel. Da der Ritt auf einem Besen für einen Mann auf Dauer schmerzhaft unangenehm werden könnte, wurde in der Neuzeit mein Sandwich erfunden. Bis dahin lebte die Abstraktion eines symbolisch dargestellten männlichen Geschlechtsorgans beziehungsweise die bildliche Anschauung einer auf einem solchen (Mann) reitende Frau, eine im Übrigen für den Kirchenstaat damals perverse und wohl verpönte Stellung. Der Besen als Dildo-Ersatz formte einen gedanklich-abenteuerlichen Freiraum in einer geprägten häuslich-patriarchischen Hegemonie.
Die einfachere Erklärung ist bildlich (und kann durchaus im Zusammenhang mit der "plausiblen Theorie" gesehen werden): Eine Hexe reitet auf dem Bösen. Der Besen diente lediglich als Umgestalltungs-Morphogen; anschaulich-vulgär könnte man von einem Neusprech der Altzeit reden.