(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

Beer Walks – Licht von deinem Licht
23. November 2025, 23:18 Uhr
(Ewigkeitssonntag)

Das Datum ist klar, die Uhrzeit entnehme ich der geschossenen Lichtbildaufnahme in digitaler Form (sic!). Sie zeigt die hiesige Aussegnungshalle vor dem Friedhofsgelände [s. Abb. l.]
Davor setzte ich eine WhatsApp-Nachricht in einer Sprache aus, die nicht meine von Geburt an ist und die so ging:

›Let's get crazy. I'm going outside for a walk in the garden and for a first beer after one week without it. And after that I'm going to sleep. That's a good plan.‹

Lassen wir es für die Authentizität mal so stehen, mit all den Fehlern, die da nicht nur im ruppigen Wording stecken. Die Botschaft – der rote Faden sagt, es wird so weitergehen – sollte verständlich (gewesen) sein. Auch wenn aus dem Garten sehr schnell mehr wurde. In der Kälte herumzustehen, mag noch Spaß machen, wenn es aber weiße Flocken rieselt, wird es auf lange Sicht unangenehm. Sich bewegen macht es nicht besser, doch bildet man sich dabei gerne ein, dass sich damit Schneeflocken weniger oft oder in geringerer Zahl auf der Oberbekleidung einfinden, haften bleiben und dank der eigenen Körperwärme bald in den Zustand des Flüssigen übergehen. Manchmal bin ich selbst unangenehm überrascht von meinem ausschweifenden Gelaber. Und das war eben kein Nachtrag, lediglich ein laut geäußerter Geistesblitz, gesprochen viel netter als eingangs gedacht. Für das Protokoll sei festgehalten: Ich trug tatsächlich einen knielangen Mantel, dessen verwendetes Gewebe nicht wirklich eine starke Wasserfestigkeit aufwies und nach der Stippvisite um die Gegend der nahen Nachbarschaft eine Trocknung am Ölofen verlangte. Von wegen also, ich gehe unmittelbar danach schlafen. Gute Pläne bedürfen einer Vorarbeit, sofern sie nicht scheitern wollen. Man verzeihe mir das Einflechten solcher nicht gerade tiefsinniger Aphorismen. Ich schließe in mein heutiges Abendgebet den frommen Wunsch mit ein, dass mich niemals jemand schadhaft zitieren wird, unter Zuhilfenahme dieser Art von billigen Weisheiten, zu denen sogar ein Gehirn in Erbsengröße imstande wäre. Verzeihung. Ich höre mich manchmal gerne Reden. Deshalb: Sprachabsatz. Sofort.

›Licht von deinem Licht‹, lautet der Titel. Soso. Aha. Ich bevorzuge mein Licht, ich bettle nicht nach dem Licht anderer. Ich bin einer von der Sorte unausstehlicher Typ, der meint, alles immer selbst wuppen zu können, bis ich an den Punkt komme, wo ich mir eingestehen muss, dass Hilfe doch nicht ganz verkehrt wäre, sozusagen gelegen käme. Es gibt Ausnahmen, wie bei jeder ungeschriebenen Regel. Wenn ich den dummen Mann spiele, den kleinen Jungen mime oder einen auf weinerliches Kind mache. Das Ding ist aber, um der ungewissen Ernsthaftigkeit die Treue zu halten, folgendes: Das Licht des Schöpfers ist gratis! Wenn wir beginnen, dafür zu Beten – vor ein paar Sätzen nannte ich es ›betteln‹ –, also dass wir persönlich, wir alle, Anteil daran nehmen, dann schwingt da etwas Heuchlerisches mit sich. Alternativ/wilder formuliert: Die Spur eines Egozentrikers im Sand, der Lufthauch von Narzissmus in einer lauen Sommerbrise oder die Egomanie in Form eines Regentropfens. Abdrücke an Stränden verwischen, Winde vergehen und wässrige Niederschläge finden ihren Untergang oft im Meer der Selbstzentrierung. Die frohe Botschaft – ›Lichtfunken‹ sind gratis – verliert, derart angewandt, ihre absolute Bedeutung. Gratis ist in diesem Fall nicht gleichzusetzen mit kostenlos. Jenes ›gratis‹ ist quasi ein Zeichen des Dankes. Und einem Dankeschön geht stets eine ›Leistung‹ voraus. Wer ausnahmslos eigennützig agiert, reicht falsches Zeugnis ab. Solcherlei Gebete sind adressiert an einen Ort, der ›Umsonst‹ heißt. Eine gütige Darstellung – sofern Nachsicht überhaupt angebracht ist – könnte lauten: Fehlgeleitete Motive führen zu vergeblicher Mühe.

In der Dunkelheit der Welt leuchtet ein Licht am Horizont und ruft nach uns. Daran zu glauben, zu hoffen und zu beten, dass es uns bitte sogleich direkt anstrahlt, ist ein Irrglaube. Wir müssen schon etwas dafür tun, zum Beispiel einen Kurs auf die Quelle setzen. Und das ist erst der Anfang. Der Weg dorthin scheint einfach, birgt aber zahlreiche Hürden. Während man darauf zusteuert, werden Opfer zu Leistungen und für die Kosten unserer Strapazen erhalten wir eine reichliche Entlohnung. Nicht augenscheinlich, sondern auf lange Sicht. An eben dieser Stelle könnte ich sofort aufhören zu sprechen, würde damit allerdings auslassen zu erwähnen, was sich der ein oder andere vielleicht bereits dachte oder eher fragte. Der Ausspruch ›Licht von deinem Licht‹ ist selbstverständlich nicht von mir. Meine Intention lag mitnichten darin, ihn derart oberflächlich zu zerstören, und eine säuberliche Sezierung wäre wohl angebrachter gewesen; dennoch kann ich den Umstand nun nicht mehr von mir weisen. Natürlich steht mir die Möglichkeit offen, den Eintrag entweder gar nicht zu publizieren oder in einer Form abzuändern, die der Sache eindringlicher nachkäme. Das würde indes die Authentizität untergraben, auf die ich immensen Wert lege. Meine Gewissensbisse und die eigenen inneren Zerwürfnisse mal beiseite gestellt, offenbare ich prompt die Quelle, aus der ich das Herausgerissene entnommen habe. So ein – sorry – Bullshit, aus meiner Warte betrachtet, steht freilich nicht explizit in der Bibel. (Ich komme darauf zurück.). Es ist ein Bittgebet aus dem EGb, dem Evangelischen G'ttensdienstbuch. Im mir vorliegenden Losungsheft aus dem Jahre 2025 lautet der vollständige Text so:

›Herr Jesus Christus, du bist das wahre Licht, das allen Menschen leuchtet. Erfülle uns mit deinem hellen Schein, dass es in uns licht werde und durch uns hell in aller Dunkelheit der Welt, Licht von deinem Licht. Du lebst und regierst mit G‘tt, dem Vater, eins mit dem Heiligen Geist, in Ewigkeit. Amen.‹*

Gemäß EGb (1999) heißt es hingegen:

›Ewiger G‘tt, dein Sohn Jesus Christus ist das wahre Licht, das allen Menschen leuchtet. Erfülle uns mit seinem hellen Schein, dass es auch in uns hell werde und durch uns hell werde in aller Dunkelheit dieser Welt. So bitten wir durch ihn, Licht von deinem Licht, unsern Retter und Herrn, der mit dir, dem Vater, eins im Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit.‹**

Die fett-markierten Stellen sind gegebenenfalls Einschübe; ich fand die zitierte Version lediglich auf der Seite Evangelische(-)Liturgie(.de) anlässlich von Predigtg‘ttesdiensten zu den Christfesten 2013 und 2014. Unabhängig davon halte ich das Vorangestellte für enorm wichtig. Es ändert nämlich alles, insbesondere in erster Hinsicht den Adressaten, an den hier herangetreten wird. Ich denke, ich brauche hierauf nicht näher einzugehen, weil es extrem offensichtlich ist. Meine persönliche Meinung muss ich nicht einspielen, weil die ohnehin aus dem Kontext herausgelesen werden kann. 
Was bleibt, ist der Passus ›Licht von deinem Licht‹. Und es geht mir nicht darum, wer der Spender letztendlich ist, sondern um meine eingangs aufgeworfene und etwas derb dargelegte Aussage, dass keine Bibelstelle diese Interpretation stützt, nicht einmal jene:

›Wiederum nun redete Jesus zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsterniß wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.‹***

Zugegebenermaßen macht sie die Passage verständlicher, trotzdem sehe ich weiterhin keinen Grund dafür, darum zu bitten. Dagegen sollte man entsprechend leben und handeln, denn, um hierfür eine Epistel, einen neutestamentlichen (katholischen) Brief – Jakobus –, heranzuziehen:

›Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung ist, noch Schatten von Wechsel.‹****

Ja, die Rede ist tatsächlich vom Geben und Nehmen. Zur Verdeutlichung dient im gleichen Schreiben ein späterer Satz:
 
›So sehet ihr, daß ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.‹*****

Die Zweckerfüllung des Glaubens ist ergo das Hervorbringen einer gewissen Lebensweise, die sich in gerechten Taten widerspiegelt.
Wer der Autor des Jakobusbriefes ist und ob die Niederschriften älteren oder jüngeren Datums sind, soll uns hier und heute ebenfalls nicht kümmern. (Es reizt mich, doch ich schweige.) Der Kern der Botschaft zählt – Vorsicht: eigene Interpretation! –, der da wäre: Selbst ist jeder Mensch, ob im Glauben oder nicht. Der ›Ungläubige‹ lebt zügellos seinen freien Willen aus und zufällig kommt ab und an was Gutes dabei heraus. Der ›Gläubige‹ schätzt gleichsam seinen freien Willen, doch ab und an bringt er Gutes hervor, hinter dem kein Zufall steht, sondern äußere Führung.
Für einen letzten (versöhnlichen) Satz: Es gibt viele Gründe für das ›Erbeten von Lichtgaben‹, sofern das Gebet dem Mitmenschen gilt (und nicht der eigenen Person – apropos, ...). 


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* Losungen Deutschland 2025 / Die Losungen 2025: Normalausgabe Deutschland, Friedrich Reinhardt Verlag Lörrach/Basel, 2024, Seite 134. ISBN 978-3-7245-2681-0.
** Evangelisches G‘ttesdienstbuch, Verlagsgemeinschaft.  Evangelische G‘ttesdienstbuch 2000, Berlin 2000, Seite 261. (Vmtl.) ISBN 978-3-7461-0139-2. 
Hinweise: Da mir das EGb weder in der Version 1999 (publiziert) bzw. 2000 (erschienen) vorliegt, muss ich diese Angaben, so wie sie aufgeführt sind, als gegeben hinnehmen. Das Quellenverzeichnis des ›Losungs-Buches‹ 2025 stützt die Richtigkeit der Daten. Die von mir herangezogene Sekundärquelle (https://www.evangelische-liturgie.de/) ist leider nicht mehr aufrufbar.
*** NT, Joh. 8,12 (Unrev. ELB 1871)
**** NT, Jak. 1,17 (Unrev. ELB 1871)
***** NT, Jak. 2,24 (Unrev. ELB 1871)
      
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