Der letzte Sonntag des evangelischen Kirchenjahres 2025 Anno Domini [– die Abbildung zeigt den Tag danach –] interessierte mich eigentlich nicht. Tatsächlich ist mir der sogenannte ›Ewigkeitssonntag‹, der ›Sonntag vom wiederkommenden Herrn‹ total schnuppe. Ja, und ich weiß, die Aufschreie beginnen spätestens nach dem Ende meines zweiten Satzes, zumindest von Lutheranern, die ihren ›Christkönigssonntag‹ schon (r)echt ernst nehmen. Die Katholiken dagegen fühlen sich dadurch keinesfalls gekränkt, nicht einmal angesprochen. Sie haben ja eh ihr Äquivalent namens Allerseelen, praktisch gesehen ein ›Hochfest‹, das auf Allerheiligen folgt. Cool. Zuerst gedenkt man der Heiligen, dann aller verstorbenen und gläubigen Seelen. Wonderful. Do I love it? Being brutally honest: No, I don't. To make it perfectly clear, to get it straight, let me quote myself from a blog post written in November 2019 (– denn: ich will mich nicht ständig selbst und in abgewandelter Form wiederholen müssen):
›Tja, und damit bleibt nur noch dieses 'Allerheiligen-Dingens', ein Feiertag in immerhin 5 Bundesländern. Finde ich das gut? Nein, und zwar weil es unlogisch ist. Wenn man jeden Gläubigen die Heiligkeit zuspricht, dann braucht es keine Heiligsprechung mehr. Dabei verkommt der Nachfolgetag 'Allerseelen', weil man ja quasi damit den Nicht-Gläubigen die Seligkeit abspricht und die alte Fegefeuer-Leier laufen lässt. Das hat einen gewaltigen Haken, der da wäre: Fegefeuer gibt es nicht, eine Hölle gibt es nicht – die ewige Verdammnis ist Bullshit [pers. Anm.: oder ein Friedhof (...)]. Das steht auch so in der Bibel, wo leider der Ort Gehinnom (Gei-Hinnom, Tal von Hinnom, auch Scheol – Grube/Grab – genannt) fälschlich übersetzt wurde mit Hölle (oder griechisch: Hades). Gehinnom – heute Wadi er-Rababi – ist eine simple Schlucht südlich vom alten Jerusalem, in der einst falschen Göttern (dem Moloch z. B.) Menschenopfer gebracht wurden bzw. das als Müllhalde diente. Die Worte Jesu waren daher verbildlicht, (wie oft) Gleichnisse, und wer die umdeutet, ist einfach nur dumm oder gerissen.‹
Sofern man, wie ich, den Ultramontanisten mit einem äußerst skeptischen Blick begegnet – milde ausgedrückt –, kann man aus den längst vergessenen Zeilen in einem einst unbekümmert dahingeschriebenen Eintrag sicherlich einiges abgewinnen. Und wenn nicht, schade um das Zitat in der Nacht.
Zurück zum letzten Sonntag vor dem Advent! Obgleich der Tag für mich keinerlei Bedeutung hat, nahm ich ihn her und auf, verwendete ihn wie einen Strohhalm, um genüsslich daraus den eisgekühlten Hopfentee im Freien und beim Spazierengehen geradezu beiläufig und nebenher zu konsumieren. Nach einer einwöchigen, bewussten Abstinenz ein gelungener Vorwand, um wieder in Spur zu kommen. Das Ziel der Pause diente ja nicht – ganz und gar nicht – dazu, sich im Abgang als ein Alkoholgegner zu entpuppen. Oder anders formuliert: aus einer fränkischen Gesamtmasse als ein Unikum hervorzustechen. Wobei, ›hervorstechen‹ in Bezug darauf keiner positiven Konnotation gleichkäme, sonst hätte ich ›herausstechen‹ gesagt. Guttempler haben vermutlich hierzulande keine entscheidend (gute) Organisation, im Sinne von einer flächendeckenden Infrastruktur (sic!), aufzubieten, und weil sie darum wissen, gibt es meines bescheidenen Erachtens nach in den nördlichen Gebieten Oberfrankens keine einzige Anlaufstelle.
Und damit habe ich einen kalten Topf auf einer Gasherdplatte mit defektem Haupthahn abgestellt. Anzünden hochgefährlich! Trotzdem werde ich das einstige Feuer nochmals entfachen. Das war bereits vor dem ›Ewigkeitssonntag‹ mein insgeheimer Plan, belegt und befleckt mit dem unscheinbaren Kredo ›Leide, wenn du Saufen willst‹. Denn punktgenau mit dem Startschuss fiel der erste Schnee und frostige, teils unfreundliche Witterungen folgten im Verlauf der nächsten 10 Tage bei insgesamt 7 ›Beer Walks‹, Bierwanderungen. Die Dauer, das hingegen, war nicht geplant. Warum ich Pausen einlegte, bedarf selbstverständlich einer ordentlichen Erläuterung, zumindest einer kleinlauten Ausrede. Die Idee dahinter mag aus einem beiläufigen Gespräch mit einem Freund entstanden sein, dessen eigenes Versprechen sich beständig seit Jahren hielt und einst in etwa so lautete: ›Daheim trinke ich keinen Alkohol mehr‹. Und nein, er ist beileibe kein ›Beer Walker‹.
Wie auch immer, der große Sinn erstreckte sich mir erst im Nachgang, sagen wir: im ›Nachguss‹. Und genau an dem Punkt werde ich den ein oder anderen Leser enttäuschen: Es hat im Entferntesten etwas mit dem evangelischen Glauben zu tun. Unter genauer Betrachtung ist die Konfession sogar einerlei, man muss nicht mal Christ sein, um sich den nachfolgenden Schund hinzugeben. Und ja, natürlich: Es wird Schund werden, darin bin ich mir felsenfest sicher. Im Zweifelsfall würde ich Rudi Carrell singend und jauchzend zitieren wollen: ›Laß Dich überraschen.‹ Ich bin ebenfalls gespannt wie ein verwaister geschlossener Knirps, tief unten im Schirmständer gelagert, jäh vergessen, überdeckt von einer Schar anderer Instrumentarien zur Regenabwehr. Ich bin zudem gespannt als ein Jemand, der keinen blassen Schimmer hat, wo der Weg ihn hinführen wird, dafür indes sich bewusst ist, dass der unangenehme Begleiter sich als das eigene Ich herauskristallisieren wird, denn nächtliche Bierwanderungen begeht man in aller Öffentlichkeit alleine. Für praktische Nachahmer sei an der Stelle warnend gesagt: Macht das nicht in der Stadt!
Genug der unnötig langen Vorworte? Ja, echt, genau und mit einem Fragezeichen!? Womöglich eine der besseren Aussagen, die ich nicht mal selbst verstehe. Daran glauben will ich ja, wissen tue ich es eventuell am Ende meiner Reise, die schon längst der Vergangenheit angehört und lediglich auf die literarische ›Aufbearbeitung‹ wartet, ob aufgetaut oder nochmals aufgewärmt. Insoweit kann ich eines vorausschicken: Es waren stets Wortfetzen, die mir noch ungestüm im Kopf herumschwirrten, hängenblieben. Überbleibsel von Versen, Bibelabschnitten, die ich der jeweiligen Tageslosungen der Herrnhuter Brüdergemeine (aus deren Buch ›Losungen 2025‹) entnahm. Oft waren es Worthülsen aus Liedern, Gebeten beziehungsweise Texten der Bekenntnis, die mich forderten, förmlich aufmischten, um während eines kurzen berauschenden Ganges darüber zu sinnieren.
Fehlt noch ein letzter Satz? Nein, echt, genau und Ausrufezeichen. Punkt.

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