Der vorherige Psalm (84,11) war ein versteckter Spoiler + ein vollständiger. In der (›damals heutigen‹) Tageslosung wurde er nämlich lediglich verkürzt wiedergegeben (bis zum Strichpunkt). Ich frage nicht mehr nach dem ›Warum‹ oder hauche ein ›Weshalb‹ heraus. Das Zitieren von einzelnen Psalm-Versen halte ich ohnehin für Unfug, ebenso wie Zitate aus den Spruchsammlungen oder dem Buch Prediger. Beide sind von Salomo. Beim Anfertigen seiner ›Nachrichten‹ (an seinen Sohn) in den Sprüchen war er im mittleren Alter, beim Prediger im gesetzten. Das verändert alles, insbesondere den gesamten Denkapparat. Und wenn man das nicht weiß oder es unberücksichtigt lässt bei einer Lese, dann ist das mitunter undienlich, manchmal sogar schädlich. Glücklicherweise, zu Anfang meiner Passion (für die Losungen), bewahrte mich die eigene Neugier vor Missgeschicken. Ich wollte beispielsweise nicht nur einen einzelnen Vers aus einem Psalm lesen, ich verschlang – quasi im Nachgang – den ganzen. Vielleicht sollte ich damit wieder beginnen. Nicht aber am Morgen, der Abend eignet sich besser dafür – wenn alles getan ist und Stille einkehren darf. An der Stelle brennt es (in) mir bereits (danach) ein Zwischenfazit zu ziehen, um nicht zu sagen, aus der Reflexion heraus ein endgültiges. Und doch zügle ich mich in Worten und lasse keine gesprochenen Taten folgen. Es ist zu früh. Daher geht es weiter im Takt. Mit dem obligatorischen Talk würde ich einfach mal starten.
›The drizzle rain has stopped! Yes! I can make a beer walk again. But this time not a long one. Only up to the highest point of the graveyard, because I don't trust the weather. And I will go a little bit earlier, I would say in 30 minutes or so.‹
Aufgrund des beschissenen Wetters wollte ich (also) nicht so lange/weit gehen und etwas früher losziehen. Selbstverständlich musste ich (ihr) das erklären.
›I'm a little bit tired and the weather is not so good. It mizzles.‹
Ein Mann hätte mich für so eine Aussage möglicherweise als ein weichgespültes Weichei (sic!) bezeichnet, Frauen verstehen das jedoch; mehr noch: sie fragen nach, wie zum Beispiel, ob alles gut ist.
›No, all good. I mean I could go, but I'm lazy. I don't have to drink a beer.
And tomorrow I have to stand up a little bit earlier. I'm invited [...].‹
And tomorrow I have to stand up a little bit earlier. I'm invited [...].‹
Wo ich eingeladen war, bleibt geheim. Es war zumindest wundersam schön, selbst wenn ich währenddessen eine kleine Durststrecke hatte.
Wie auch immer, am Ende vollzog ich doch meine Bierwanderung, die genaue Startzeit weiß ich bedauerlicherweise nicht mehr. 16 Minuten vor Mitternacht, auf dem Rückweg, knipste ich das mäßige Bild des Briefkastens unter Zuhilfenahme meines chinesischen Hybridphones mit ›nachtblinder Kamera‹.
Als ich mich zum Schlafen hinlegte, läuteten die sprichwörtlichen Glocken zum 1. Adventssonntag den Beginn des neuen Kirchenjahres ein. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass mir der Umstand völlig einerlei war/ist und schon seit langem und für alle Ewigkeit egal sein wird. Der Begriff ›Advent‹, aus dem Lateinischen ›adventus‹ entnommen, bedeutet in der wörtlichen Übersetzung nichts mehr und nichts weniger als ›Ankunft‹. Gemeint ist hiermit zwar in erster Hinsicht das Gedenken an die Menschwerdung Jesu, in zweiter Hinsicht schwebt indes die Hoffnung auf seine baldige Wiederkunft mit. Gerade der letzte Aspekt geriet über die Jahrhunderte arg in Vergessenheit. ›Tempus ante natale Domini‹ – die Zeit vor der/bis zur Geburt – dominiert heutzutage eindeutig, hingegen ›tempus adventūs Domini‹ – die Ankunft, die erwartete Rückkehr sozusagen – ins Absatz manövriert wurde. Endzeitliche Hoffnung – Fehlanzeige? Eine berechtigte Frage, die ich als wichtigen Einwurf stillschweigend in den Raum stelle, ohne auf sie näher einzugehen. Es ist, darin besteht Einigkeit, eine hartnäckige These und kein philosophisch-bedeutungsloses Geschwätz. Jeder sollte sich persönlich darüber ernsthafte Gedanken machen. Meine unmissverständliche Anschauung ist klar und ich würde obendrein behaupten, ein Fakt. Die Parusie – um hier auch mal griechisches Einmaleins einzustreuen –, in Form des Jüngsten Gerichts, rückt mit jedem weiteren Erdentag näher.

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