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Beer Walks – A Final Chapter, Part I
2. Dezember 2025, 23:52 Uhr

Beer Walks—final chapter. Endlich! Und so beginnt der bereits mäßig langweilende Chat, der sich im Lichtschatten einer Straßenlaterne verliert.

›I'm going to sleep now [...].‹

Mit diesem englischsprachigen Palaver wurde und werde ich auch im letzten Teil nicht wirklich Glücksgefühle auslösen, weder bei mir, noch bei anderen. Ständig muss ich Nebensätze auslassen, teils zum Eigenschutz, meist deshalb aber, um den Schund unter einer Altersbegrenzung zu halten. Nun ja, sei es, wie es sei. Ziehen wir es dennoch durch, respektive ich. Die Jugend darf lesen, was sie nicht zu verstehen vermag. Und junge Menschen fragen gerne. Hier wäre ein Beispiel.

›A beer? At the middle of the street?‹

Das geht natürlich auch am Tag, aber da macht man weniger oft Bierwanderung, es sei denn man steht auf Frühschoppen oder ist dem Alkohol erlegen; wobei solche Gestalten dann überwiegend in der Abgeschiedenheit heimischer Gefilde oder mit Zechkumpanen in ausgesuchten Gastschenken beim Vespern sich dem Suff ergeben. So laufen die Dinge eben in Franken. Nicht überall, doch Ober- und Mittelfranken wissen genau wovon ich spreche, die Unterfranken können es sich denken und alle jenseits fränkischer oder bayerischer Grenzen dürfen so tun, als ob sie jung wären und nichts verstünden.
Btw, hatte ich schon erwähnt, dass ich unmittelbar nach meinem ›Beer Walks‹ kränkelte? Nein? Verstehe. Ich hatte das wohl schon total vergessen. Einen Tag danach war ich indes wieder fit und ging ins Gym für alte Leute, um meine inneren Muskeln bei Laune zu halten. Der Männerschnupfen ist eine der böswilligsten Erkrankungen, die man sich zuziehen kann und muss mit Sport bezwungen werden. Oder mit einer Brise japanischem Minzöl in der Nase; damit kann man selbst unter widrigsten Umständen noch Ukrainern die deutsche Sprache in einem Abendkurs beibringen. All das muss man nur wollen, dann geht es. Ein Absatz, der viele Fragen aufwirft, auf die ich keine Antwort aufbieten will. Kurzum kann festgehalten werden: Ich verdinge mein Leben mit vielerlei Sachen, die keiner längeren Erwähnung wert sind, für sprunghafte Gedanken hingegen herhalten können und dürfen.
Nach all dem Gewäsch, heißt es: Zurück zu den Tageslosungen! Letztmalig!

Waren sie diesmal wenigstens gut und ansprechend für mich? Ja und nein. Eine der eingängigsten Erwiderung und fürs Erste für eine durchaus nichtssagende Entgegnung legitimiert geeignet, exakt das, was man sich gemeinhin als eine Antwort auf eine Erkundigung (aus Nettigkeit er)wünscht. Oder halt nicht. Im Näherbringen von Glücksgefühlen bin ich ein Meister. Teilhaber finden sich selten. Und Beiwohner sind so rar wie seltene Erden. Überspringen tut der Funke nur sporadisch – eine Feststellung, die man getrost ins Reich der enorm freundlichen Darbringung verorten kann. Und ja, ich schließe mich dabei nicht aus. Eine überbordende Glückseligkeit des Gegenübers kann auf Dauer anstrengend anmuten. Deswegen halte ich mich gerne zurück. An meinem eigenen Glück, an dem muss niemand Anteil nehmen. Oder: Wenn ich weiß, dass ich im eigenen Rausch der Gegebenheiten glücklich bin, benötige ich keinen Befürworter meines eigenen Sentiments, keiner Masse an Apologeten meines tiefen Empfindens. An dem Punkt frage ich mich ernsthaft, wie ich den Übergang zum christlichen Part deichseln soll, der seit vielen Zeilen auf sich warten lässt. Da ich niemand Weltlichen habe, der mich physisch an die Hand nimmt und mich auf den letzten Metern meiner Reise leitet, wäre die einfachste Lösung ein weiterer Denkabsatz und der darauffolgenden Nachgriff zu den Losungen, dem unscheinbaren hellblauen Buch im DIN-A5-Format.

Jeremia war ein großer Mann mit majestätischer Statur, glaubt man Donatello. In jedem Fall war er ein Prophet mit großem Footprint. Um das ins rechte Bild zu rücken, sollte man allerdings auch erwähnen, dass er der Clique der jungen Propheten einzuordnen ist. Die illustre Gruppe hat im Jüdischen eine Bezeichnung: Nevi'im Acharonim, was so viel heißt wie spätere Propheten. Im Gegensatz zu den frühen oder vorderen Propheten, den so genannten Nevi'im Rishonim, war deren Fokus auf gänzlich andere Dinge gelegt. Yirmiyahu, so Jeremias hebräischer Name (ohne Sonderzeichen), der vom HERRN erhöhte, sang viele Klagelieder, sprichwörtlich betrachtet natürlich. Eine Diskussion, ob er der Verfasser des Buches mit selbiger Betitelung war, will ich nicht aufmachen. Es spielt ohnehin keine Rolle, denn meine Tageslosung schlug mir nichts aus den Klageliedern vor. Mitten rein ging es tatsächlich, ein wenig darüber hinaus sogar, nämlich ins Kapitel 31. Dem Vers 18 galt das Augenmerk. Ja, kann man machen. Die wortreichste Schrift der Bibel ist vor dem ersten Buch Mose das Werk von Jeremia. Persönlich finde ich es im direkten Vergleich recht schwierig zu lesen. Genesis hat zwar mehr Verse auf weniger Kapitel aufgeteilt (1533 in 50 – Jeremia: 1364 in 52), kommt aber trotzdem spritziger daher. Darf man das so leger feststellen? Behaupten? Sagen? Keine Ahnung. Letztendlich ist das ja nur meine Meinung. Fakt ist, alle 5 Mose-Bücher zusammen bilden anhand der Anzahl der Verszeilen (5852) rund 25 % des AT und fast 19 % der gesamten Bibel ab. Wer also die ersten 5 Bücher relativ gut kennt, ist relativ gut aufgestellt. So wie ich eben. Das hilft mir im Hinblick auf Jeremia nicht viel weiter, Statistiken hin oder her. Selbstverständlich kann ich den Propheten zeitlich einordnen und habe rudimentäre Kenntnisse von den Inhalten in seinen Abschriften. Das ist keineswegs eine Prahlerei. Es ist in der Tat eher peinlich, es gleicht einer sonderbaren Art von Offenbarung. Ich glaube, ich lese erst einmal Jeremia komplett durch, bevor ich hier fortsetze. Brillante Idee! Meine ich. Und genau das mache ich. Sofort!
      
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