Sprechen und Schreiben haben eine Gemeinsamkeit, wie auch ein Humorist und ein Satiriker etwas gemein haben. Ephraim Kishon ist seit seinem Tod im Januar 2005 ein Satiriker, vorher war er, Zeit seines Lebens, Humorist. Er wurde post mortem zum Satiriker, wie jeder Humorist, weil alle Nachrufe auf verschiedene Humoristen den Satiriker hervorheben und den Humoristen schlicht und ergreifend vergessen. Verhielte es sich andersherum, so wäre ein toter Satiriker ergo ein Humorist, obwohl er stets satirische Beiträge schrieb oder solche mit seiner Stimme vortrug. Sprechen und Schreiben, egal über was, hat die bittere und finale Gemeinsamkeit, dass es sich ante mortem nicht auszahlt, selbst wenn man damit das (eigene) Leben unterhalten kann. Ob man spricht oder schreibt: es ist und bleibt eine zerarbeitende Kunst. Sie ist oder wird nur dann lohnenswert, wenn jemand die Fähigkeit besitzt das Gesagte oder Geschriebene zumindest ansatzweise korrekt zu interpretieren.
