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Tag 5064 - Vergessen
Mir fiel gestern ein gutes Wort mit der Vorsilbe "Ver" ein, aber ich vergaß es wieder. Dann dachte ich heute verzweifelt über das "Ver"-Wort nach, das mir entfiel. Auf der Arbeit. Beim Rauchen. Im Raucherhäuschen. Auf dem Hof. Im Freien. Am Abend. So spät am Abend, dass im Kabuff schon das Licht wie aus Zauberhand anging. Beim Verlassen der Denkstätte entschied ich mich nicht mehr weiter darüber zu sinnen - und daher ist das heutige Thema: Das Vergessen. 

Wenn man "Vergessen" hört, denkt man zuerst wohl daran irgendetwas vergessen zu haben, in der Regel einen Gegenstand mit enormer Wichtigkeit, wie den Haustürschlüssel als Beispiel, oder bei Hundehaltern die Hundeleine. Ist mir alles schon passiert, aber nicht sehr oft. Solche Fehler macht man eben nicht unbedingt 3 x, zweimalig vielleicht, aber nicht ein drittes Mal. Der Lerneffekt ist hoch, und deswegen finde ich das Vergessen von Gegenständen gar nicht so schlimm. Selbst wenn es teuer werden sollte, finanziell und/oder des zeitlichen Aspektes wegen, so zeugt es doch lediglich von einem noch höheren Erfahrungswert. 
Ein wenig anders sieht es bei nicht-materiellen Dingen aus, die man auch vergessen kann, beispielsweise einen Geburtstag oder - bei Paaren - den Hochzeitstag; also wenn beide ihn vergessen, ist es auch nicht so schlimm, eher tragisch, gleichwohl welcher Termin sich nun jährte. In den allermeisten Fällen spielen sich die Konsequenzen auf der Gefühlsebene ab, was einen Zugewinn verspricht, sofern man dadurch etwas für die Zukunft Nachträgliches aus den jeweilig erlebten Situationen ziehen will.    
Dann wäre da noch das Vergessen von gedanklichen Dingen, so will ich es mal bezeichnen. Lapidare Schwierigkeiten, wie die richtigen Wörter oder Namen von Personen zu finden, also eher nicht zu finden, im Geiste danach suchend, höchst verzweifelt, meist... weil die Zeit rennt und jede verstrichene Sekunde unangenehm nachschwingt. Das kann durchaus peinliche Momente mit sich bringen, und ich finde gleichwohl dass dies die schlimmste Art vom Vergessen darstellt. Man unterschätzt das gewöhnlich, redet es klein, aber wer kennt nicht den Moment nach dem Erwachen, wenn man sich versucht an den Traum der Nacht in allen Details zu erinnern, es aber partout nicht zu verschaffen vermag. Sei es, weil man sich keine Zeit zum "Nachträumen" einräumt oder eben weil man ihn schlichtweg vergessen hat. Das Unterbewusstsein erhält im bewussten Sein wenig Platz, spielt allerdings oft mit unsere Gedanken und Gefühlen - bei vollen Bewusstsein und am Tag. Um an jenes Vergessen heranzukommen, bedarf es mehr als Denken und Fühlen. Ein Hilfselement wären Bilder, die man damit in Verbindung bringen kann. Allemal ist da ein schmaler Grat zwischen Erinnern und Vergessen, und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit Vergessenes phantasievoll - und damit wesensfremd - auszuschmücken. 

Jeden Tag vergesse ich etwas, und ich weiß darum. Jeder vergisst jeden Tag irgendetwas. Und deswegen sage ich zu meiner alten Hündin nahezu täglich den Satz "Man vergisst immer was", in den unterschiedlichsten Varianten - mit ganzen Sätzen davor, Ausrufen oder einer Litanei an Worten, die danach folgen, bei denen auch Dialoge oftmals zustande kommen können. Uralte Hunde können jetzt nicht wirklich sprechen, aber die Halter können das ja für sie übernehmen. Man kennt sich ja schon ziemlich lange. Eine mögliche "Hundeantwort" wäre bei mir demzufolge "Du - du vergisst immer was". Wie auch immer, würde man alle Stränge zusammenbasteln, so könnte man einen szeneastischen Film daraus weben, mit oder gerade ohne Wert auf eine chronologische Reihenfolge zu legen.
Ich belasse es bei diesen lautlos dahingehauchten Gedankenfetzen für heute, der Rest ist mir ohnehin entfallen und ich versage es mir fortan detailversessen darüber zu grübeln. 
      
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