Es ist kurz nach 3. Fünfzehnhundert irgendwas in der Fliegersprache. Erneut gönnte ich mir eine Schreibpause. Der ungelernten Hand zu Liebe, womit ich mein Patscherchen meine, dass es nicht mehr gewohnt ist mit einem Stift auf Papier zu schreiben. Dieser unglückliche Um- oder Zustand hat sich nach meinem ersten Digital Detox nicht ins Nirgendwo der Nichtexistenz verabschiedet. Die Tatsache, dass ich die allermeisten Zeilen auf der (neuen) Couch schrieb, machte mir die körperliche ›Handarbeit‹ zwar einfacher, geradezu bequem, im Vergleich zu den unsäglichen Qualen, die ich bei den Niederschriften von vor einem Jahr zu erleiden hatte. Stehend am inneren Fenstersims entstanden alle Einträge, trügt mich meine Erinnerung nicht. Erst am 26. Jänner – geschlagene 6 Monate später – veröffentlichte ich das Schundheft mit der Nummerierung 21 und mit dem erfundenen Wortmorphem ›Denkxylografie‹ im Untertitel. Die Erwähnung, dass der erste Eintrag das Datum 16. August trägt, kann nicht als Ausrede gelten. Es will wohl so gewesen sein, warum auch immer ich am Tag davor keinen Erguss aus meinen Hirnwindungen abtrat. All das bleibt selbst für mich ein ungelüftetes Geheimnis. Und damit kann ich leben.
Weswegen ich das ›alte Heft‹ so ausgeschmückt heranziehe, mag ich kurz und knapp erläutern: Ich las es, also quasi meine eigene jüngere Gestalt, während der aufoktroyierten Pause. Der härteste Kritiker steckt immer in einem selbst. Erstaunlicherweise kam ich zu dem Schluss, dass das Gesamtwerk gar nicht mal so verkehrt herüberkam, blendet man den Alkoholkonsum aus, den ich in Form von Bier während meiner geistigen Entgiftung heranzog. In dem Punkt bin ich – könnte man meinen – weiser geworden. Bereits eine Woche im Vorfeld verzichtete ich bewusst auf Weingeister aller Art. Treffe ich Entscheidungen, gehe ich mit mir stets hart ins Gericht. Alles, womit mein Tumblr-Glas befüllt wird in diesen Tagen, soll einen rohköstlichen Anstrich haben.
Seit meiner ersten Tasse Kaffee schlummert in mir ein Gedanke, den ich wohl beim nächsten Eintrag aufgreifen werde. Ich hadere zwar noch ein klein wenig mit mir, doch ich denke, ich habe meinen Entschluss gefällt: ich werde es mir abwürgen. Kann man das so schreiben? Oder bedarf es einer anderen Formulierung? Ist vielleicht die Umschreibung ›Ich hebe die 'Eingebung' ...‹, die seit etwa 9 Stunden in mir schlummert, möglicherweise besser? Verständlicher zumindest? ›Trage ich sie ins Außen‹, wäre als Frage eine Alternative. Nicht Denken. Machen! Die Psyche ruft nach Befreiung. Genau.

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