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Des Romantizismussprechs erster Akt
Als Mann kann ich nur für mich sprechen, würde ich persönlich werden. Trotzdem will ich zu Beginn hin zumindest den Versuch starten mich konsequent subjektiv der Sache an [und für] sich anzunähern, denn mit Ehrlichkeit erreicht man zumeist mehr. Und um ganz ehrlich zu sein, bereitet mir der Gedanke eines romantischen Faktors in der Liebe Kopfzerbrechen, schlimmer noch (und überspitzt dargestellt): Mir fährt es glattweg kalt den Buckel runter. Aber warum ist das so? Und bin ich da wirklich eine Ausnahme unter meinesgleichen, ob im geborenen Geschlecht oder gefühlt-gelebten?  

Es ist an der Zeit Überprüfbares auffahren zu lassen - wie wäre es mit diesem Faktum: Liebesehen als Konzept entstanden erst am Ende des 18. Jahrhunderts, und der Schwung kam von der größten europäischen Insel irgendwann durch literarische Werke aufs Festland [#inselhopping]. Wer das nicht glauben mag, der sollte sich im Klaren sein, dass die Epoche der Romantik just in dieser Zeit ihre Anfänge fand. Des Weiteren sollte offensichtlich sein, woher der - aus dem Französischen entlehnte Begriff - genommen wurde. Der Sprachverdreher der Altzeit war unser lieber Friedrich, mit Nachnamen Schlegel - ohne es wahrscheinlich damals eigens gewusst zu haben, was wohl auf all seine schriftstellerischen Zeitgenossen zutraf oder zugetroffen haben muss[te]. Ach nein, das stimmt nicht. Der gute Karl Wilhelm wusste ganz genau was er da tat, insbesondere aber seine bessere Hälfte, die vom Judentum abgekehrte, namentlich geborene Brendel Mendelssohn. Ohne besagter, bereitwilliger Muse - die sogar ihren Vornamen [und den Nachnamen] ablegte [/änderte] - wäre dem seligen Friedrich wohl wenig bis nichts gelungen, nicht einmal der schlichte Konfessionswechsel. Aber was weiß ich schon von unserem Didi und seiner Doro [oder vice versa]? Ich, der ohnehin der Meinung ist, dass alle Größen damals unter dem Scheffel von Goethe standen, der - um ein abgehalftertes und zerrissenes Zitat von ihm mal gunsterweisend [gemeint: ausschließlich für meine Zwecke] abzugreifen - sich einst jenen Aphorismus herauspresste: "Klassisch ist das Gesunde, romantisch das Kranke". Und nebst JWG, der große Meister himself, wäre nichts gewesen ohne seine, doch zahlreichen Gespielinnen. Nur zu gerne würde ich beispielsweise das Mädchen Ulrike dazu befragen, denn: "Sie ist mein schmaler Stieg über den Abgrund des Alterns und Vergehens". Nun, will ich schwelgend schweigen, oder vielmehr: was sollte ich dazu noch abliefern? Passendes will mir partout nicht einfallen, doch liefern könnte ich umsonst. So hätte ich einzig ein weiteres, gar populistisches Zitat auswendig in petto, um es anzuführen/aufzusagen/aus dem Hut zu schütteln und gleichsam dagegen zu halten; es beginnt mit "Das Unbeschreibliche, hier ist es get(h)an" und endet so: "Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan".

Faust (II) zitiert man mitunter gerne, ich habe aber ein gewaltiges Problem mit dem Gesamtwerk an sich, auch ohne Kopfschmerz oder kaltem Schauer - wahlweise mit oder ohne nassem Schweiß im Genick -, deswegen will ich von einer subjektiven Stimme sprechen, die mit der Einsamkeit und der Stille einen, abgöttisch lieb gewonnenen, Pakt geschlossen hat. So - oder sagen wir: daher - war es in der Tat keine überaus günstige Zeit für mich, um darüber zu reden; ach, nennen wir es getrost beim Namen: palavern. Ich will folglich [schwer] warten auf die nächste, romantisierende Nacht, die nach dem Abend kommt und vor dem Schlaf unvollkommen endet; fünf Akte brauche ich indes sicherlich nicht [dazu]. Möge also die junge Nacht gemeinsam mit mir würdevoll und andächtig altern.  
      
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