(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

T'Sally lebt - Teil 5

Ich wachte auf. Unter Nachts. Völlig ungewöhnlich für mich. Als ob mich ein Albtraum trieb. Ein Traum, der Dinge verarbeitet, aus der Realität der Welt die ohne Träume auskommt. Solche Träume habe ich nie in dieser Weise, dass sie mich nicht im Laufe ihrer Traumzeit davon ablassen, das sie von mir ziehen, so dass ich nicht festgehalten werden kann, in jener materiell so arg begrenzten Welt.
Vielleicht ist das ein Umstand, den viele Menschen haben, für mich ist aber ein Traum, in dem ich auf diesen Planeten wandele, ein sehr seltener, der für mich mit dem Begriff "Albtraum" gleichgesetzt werden kann. 

So war mir nicht klar, als ich erwachte, ob ich wach war oder noch im Traum wandelte, denn jener war ja begrenzt auf diese Welt. 
Hatte sich dieses irrsinnige Geräusch nun auch schon in mir verankert oder war das alles nur eine Einbildung? Mein mir mitgegebener Körper steuerte zumindest seine Bewegungen in der des bipedialen Säugers aufrechten Gangart. Ob er durch die Mauerlöcher, durch die Räume des Gewerks der Unterkunft wandelte, war mir somit ebenso unklar, wie woher dieser elende Piepton seinen Ursprung hatte.

Meine Augen waren nicht wach, der umgebende Raum war auch nicht beleuchtet. Und doch stand ich in Mitten der Wände und hörte jenes unsagbare Piepen in der stetigen Folge, wie ich es in den ständig gleichbleibenden Abständen erwartete.
Mir war ergo immer noch nicht klar, ob mir mein Geist hier einen Streich spielte oder ein fremder Geist in ihm Einzug nahm, der sich spukend einen üblen Scherz erlaubte. Dieser Zustand der Ungewissheit lies mich aber wenig erschrecken, ob denn ich denn überhaupt in der Lage war, hier unnötige Bodenstoffe auszustoßen, die mein Blut in den Venen des gesamten körperlichen Leibes zu einer Wallung hätten bringen können.

Die Zeit des Verweilen in der aufrechten Körperlage, stehend mal hier mal da, bewegend mal hier mal da - stets im Dunkel der Nacht gehüllt und unverszehrt dessen, was mir sich in der Ausübung dieser abendlichen Leibesbetätigung darbot... bewirkte hingegen doch das Einschießen des Lebenssaftes in alle Bereiche, zuletzt eben auch in den Hirnregionen, die fähig dazu waren 1+1 zusammen zu zählen. 
Das begab sich, als ich just im Raum stand, zwei Meter entfernt vom Guckloch gen Norden, und wohl auch mit gleichem Abstand zu allen anderen Begrenzungen zu allen anderen Seiten des Wohn- und Schlafraumes... als ich auf ein Neues jenen Piepton vernahm. 

Nun war mein Geist schlagartig wach und konnte die Quelle des Geräusches nahezu eindeutig festmachen. Ich bewegte mich intuitiv, mit oder ohne der Außenseele, einen Schritt nach vorne. Und dann noch einen kleinen. Sodann noch einen etwa 50 cm nach rechts von der sich nun vor mit auftuenden Öffnung nach Draußen, die glücklicherweise verschlossen war. Dort verharrte ich der Dinge, die da im wiederkehrenden Zeitmodus kommen würden. Ich war dem störenden Laut nun zumindest um einiges näher, als ich es dachte.

Manche zählen Schafe, die über ein Gatter springen, um in das Land der Träume zu entfleuchen. Ich zählte munter die Sekunden, die in Minuten übergingen, wartend auf das eine schwarze Schaf, das mir fast alles raubte, die Kraft des Körpers, die Macht des Geistes.
57, 58, 59 - 60 - PENG. Da war es. Noch ehe ich mich versehen konnten - obgleich ich weiter im Dunklen stand -, griff mein rechter Arm nach rechts, die Knie unterstützen seinen Drang etwas zu greifen, und beugten sich schulmedizinisch höchst lobenswert gar ohne Knacken nach unten. Der Kopf weiterhin zur mit Tapete bekleisterten Steinmauer gerichtet, als ob es da ein Muster zu ersehen gab, das man nur im absolut lichtlosen Unschein der Dinge wahrnehmen kann. 

Wie wild fuchtelten die vier Fingerchen plötzlich und sogleich zu einem Etwas, das auf etwas lag, das auf etwas anderem lag. Später sollte ich erkennen, dass es sich um eine Auslage eine Wohnzimmervitrine handelte. So denn wartete das aufgreifende und für die Haltung von Gegenständen geformte Glied an der rechten Hand auf seinem (oder ihrem) großen Moment - der Schnappung und des Festhaltens in der Handfläche eines Dings, das dafür verantwortlich war, dass sein ihm beherbergender Leib des Schlafes und der Erholung beraubt wurde.

Es fiel etwas, dumpf knallte eben dieses Es auf den holzparkettbedielten Boden ohne Schaden zu hinterlassen, an ihrer oder der Substanz jener Flächenbelegung, auf der meine nackten Füße standen. Mit einer Ausnahme: die Ohren, die auf Hochleistung getrieben wurden, vernahmen das Aufprallgeräusch in höherem Ausmaß, als es ihnen und dem Inhaber jener recht war. Doch die Fingerchen ließen sich nicht beeindrucken und kramten munter weiter. 

Um an jener Stelle abzukürzen, gibt es einen Schnitt im Film. Da steht ein Mensch und hält Folgendes in den Händen:


Ja, eigentlich nur den kleineren Gegenstand, hier links im Bild. Die andere Variation des technologisch-steinzeitmäßig entwickelten Menschen, wäre eine mögliche Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeit mit Personen aus der Ferne, welches man heute unter dem Begriff "Outdoor-Handy" in deutschen Gefilden kennt. 
Der Störenfried ist aber das kleinere der archaischen Sprechgeräte. Der Hersteller ist der gleiche, das Geräusch - was ich hiermit deutlich zum Ausdruck brachte - jedenfalls ein äußerst unangenehmes, welches nur dann erzeugt wird, wenn der Stromverbrauch an einem Schwellpunkt angelangt ist, der damit den Inhaber antreiben möchte, dass jenes Mittel in seiner Funktion nur dann eine ordnungsgemäße Benutzung gewährleistet, wenn seine Batteriezelle demnächst aufgeladen wird. Ich bin und war und werde es aber niemals sein: der Inhaber dieses Teufelswerks! Und so griff ich jenes "demnächst" auch nicht auf, hatte ich doch anderes vor.

Das Schelten des Eigners, der seinen Gebrauchsgegenstand bei mir hinterlegte, ohne mich darüber in Kenntnis zu setzen, schoss mir aber just im Findungsmoment nicht in den Kopf, war ich doch in erster Linie froh, nun endlich den Urheber meiner nächtlichen Unruhe gefunden zu haben. 
Der Piepston war schnell behoben. Ich schmiss das Ding nicht in einem Wutausbruch gegen eine der Mauern oder gar aus dem Wohngebilde; ich nahm es auf meine Handfläche und erinnerte mich an mein herstellergleiches Modell, in jener Hinsicht, wie man es zum Schweigen bringen könnte. Ein längerer Knopfdruck per Daumen auf einen seiner zahlreichen Knöpfe schaltete es ein für alle Mal aus. 


T'Sally bekam davon nichts mit. Mein Laptop ist jetzt wieder auf seinem rechtmäßigen Platz. Ein Lenovo T520 macht nicht so einfach schlapp, vor allem wenn SIE einen Namen [Strg+F "Sally"] trägt.  

Es darf nun geratscht oder für immer geschwiegen werden. Die Geschichte hat nun ein Ende, sogar eines mit glücklichem, obgleich das Glück hiermit nichts zu tun hatte. 
      
3 Gedankenkommentare
  
Dark Lord 'schrub' am 21. September 2015 um 19:11 folgende Gedanken:

Zu Geil. Ich würde dir dafür den KLiteratur-Nobelpreis verleihen, wenn ich könnte und wenn der was aussagen würde. Tröste dich, den bekommen nur Idioten und damit bist du fein raus.

Alexander Glas 'schrub' am 21. September 2015 um 20:40 folgende Gedanken:

Und wenn du es übersetzt, bekommst du auch einen, also einen Übersetzter-Literaturpreis. Ich nominiere vorab, für welchen auch immer. ^^

PS an die "Alle-Teile-Leser": in der im 3. Teil erwähnte "Itsu" handelte es sich um mein(e) Lifebook(in) der Marke FujITSU Siemens (BJ 85).

Alexander Glas 'schrub' am 22. September 2015 um 00:32 folgende Gedanken:

PS Pardon: (BJ 95 - fünfundneunzig, vielleicht auch 94, aber nicht 85!)

Welche Farbe schwingt dein Wort? ↳K()m|\/|e|\|t|€r[- es↵

Und/oder: T[-I↳€ ↙es↘ Ergebensten Dank.