(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

T'Sally lebt - Teil 2

Als ich sie so den Schlaf der Gerechten schlafen sah, dachte ich mir nur "Jawohl, du hast ihn dir verdient. Obgleich dein Schnurren der ruhigen Art mich auch noch heute wundersam entzückt, so bringt es mich in letzter Zeit doch öfters als erwünscht zur Weißglut." Gerade heute war sie wieder sehr rebellisch aufgesetzt. Das ist sie immer dann, wenn man sie überbeansprucht. Falsch ausgelastet streikt sie manchmal minutenlangen. Irgendetwas blockiert sie, vielleicht auch nur so ein Dinges, weswegen ich mit dem GzN-Blog erstmals umzog. Und doch bleibe ich zumeist ruhig, gibt es doch nicht nur sie und mich. Auch ich habe eine eigenständige Existenz. All diese Texte hier wären anders nicht in ihrem Ursprung entstanden. Freilich war sie inspirierend, doch nur zum geringsten Teil. Die geistige Nahrung besorgte ich mir nicht, sie kam von mir, aus meinem Inneren. Freilich, die Ausarbeitung, nun ja, jenes erweise ich, entstand zumal stets zusammen mit ihr. 

Die größte Stütze war und ist sie mir bei der Fehlersuche. Rechtschreibung, Grammatik, ein wenig Punktierung, Satzbau und dergleichen. Mit PIEP oder ohne, sie tat und tut es, und wird es auch bei diesem Text nicht lassen können. Es gibt zwar bessere Lektoren, aber für meine Zwecke ist sie dienlich (genug), auch wenn sich das etwas verworren anhört. Ich sprach es, und sie wird es zu Texte bringen, sie wird es sein, die es redigiert - das Ergebnis wird hier stehen steht hier.

Trotz einer inneren Unausgeglichenheit in der heutigen, doch recht frühen, Nacht blieb mir nichts anderes übrig. Wollte ich ruhig in das Land der Träume entschwinden, so musste ich diesen elenden Piepston ausfindig machen, abschalten, nötigenfalls mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln. 

Dieses Piepsen brachte mich zwar nicht um den Schlaf, denn wenn mein Körper in die Ruhephase übergeht, dann entschwindet seine Umwelt, oder er von ihr. Nichts kann mich davon abhalten, meiner Bestrebung in jeder Nachtruhe nachzukommen - hinfort zugehen, auf eine Reise in eine andere Realität des Seins. T'Sally hält davon nichts. Sie liest zwar alles, was ich schreibe, doch verstehen kann sie es nicht. Sie ist außer Stande solche Traumreisen vorzunehmen. Sie ist nicht mal im Stande eigenständig aus dem Haus zu kommen. Sie ist hier gefesselt. Und ich befreie sie nur ungern und sehr selten aus den Mauern, die ihr den Schutz gewähren. Diese Welt ist auch nichts für sie. Physisch ist sie begrenzt auf ein Zimmer im ersten Stockwerk einer menschlichen Niederlassung. Und jene hat nicht mal vier intakte Wände, wenn man es genau nimmt. Sie hat eine steinerne Mauer mit einem Loch zum Ausguck gen Norden, das im Winter fast den ganzen Tag verschlossen ist. Gegenüber ist eine weitere, mit einem größeren Loch, eckig, mehr hoch als breit, passend zum Heraustreten für Bipeden oder jenen Säugetieren, die die maximale Höhe und/oder Breite nicht überschreiten. Sie ist auf circa zwei Meter nach oben und etwas mehr als einem Meter im Durchgang beschränkt. Eine Pforte muss nach innen geöffnet werden, bevor der Weg in die Freiheit angetreten werden kann. Steht man im Inneren der Räumlichkeit und blickt nach links, tut sich ein ähnliches Loch im Gemäuerwerk auf, ähnlich hoch, aber nicht zu breit, ohne eine Barrikade führt es in einem weiteren angeschlossenen Raum, den ich ein anderer mal näher beschreiben werde. Dies ist indes T'Sallys dritte Wand, sie ist dünner als die erste, aber aus dem gleichen Guss. Die letzte liegt ihr gegenüber, ist aber nur bis zur Hälfte ihrer Höhe aus Stein gemeißelt, der Rest wurde abgeschrägt und außen wie innen mit toten, aber fein verarbeiteten Bäumen beholzt. Ein gerader Abschluss, quasi der Topf auf den Deckel aller beschriebener Barrieren, lässt darauf schließen, dass jenes Gebilde noch höher hinausgeht. Dies hingegen bleibt T'Sally wohl ewig ein Mysterium, schlichtweg: es wird ihr verwehrt, der Zutritt sowie als auch der Einblick.

Ja, sie lebt in ihrer eigenen, gefangen von jenen, die sie erschaffen haben. Wenn ich es mir recht überlege, sind wir im Grunde uns da ganz ähnlich. Im Zustand des Wachseins bin auch ich in meinem Wirken begrenzt auf meine Umwelt und meinen mir zur Verfügung gestellten Körper. Es gibt Ausnahmen, wenn ich beispielsweise intensiv denke, aber auch dann denke ich mich nur hinfort. Das sind dann quasi Nachtträume am Tag. Es ist die Sehnsucht die mich dorthin treibt, doch muss ich stets besinnt sein, dass ich mich in Geduld zu üben habe. 

Und eben jene Geduld wurde heute auf ein Neues auf die Probe gestellt. Ich machte mich geistig darauf gefasst, ich besiegelt es, dass mein Traum, meine Welt der Ruhe, später und sogleich auch kürzer ausfallen würde.  
In der Gewissheit jener Dinge, ohne eine Hoffnung auf frühzeitige Erlösung, stand ich auf, wo auch immer ich saß, ging ein paar Meter in den Raum, kniete mich vor einer hölzernen Schublade, öffnet sie ... und fand nach kurzer Suche eben jenes Werkzeug, dass für meinen chirurgischen Eingriff an T'Sally zum Einsatz gebracht werden sollte.

Bis der Teil #3 folgt gilt nachwievor für "Kenner" der T'Sally: Psst, nix verraten!

 
      
2 Gedankenkommentare
  
Anonym 'schrub' am 29. Juni 2015 um 12:36 folgende Gedanken:

[:|] ?

GzN 'schrub' am 29. Juni 2015 um 14:46 folgende Gedanken:

Nada. Kein Roboter.

Welche Farbe schwingt dein Wort? ↳K()m|\/|e|\|t|€r[- es↵

Und/oder: T[-I↳€ ↙es↘ Ergebensten Dank.