(-;-) GzN

(-;-) aufgenommen via Integrated Circuit Recorder & zeitverzögert vertextet

5 Katzen in 20 Minuten und Konditionierung - Teil 2

Bei mir geht Adelhaid weder im Modus On- noch Offline auf Katzen los. Darauf kann und muss ich vertrauen.
Das maximale Disaster zeigt sich in einem kurzen Aufwuffen, manchmals auch gepaart mit einer Art Doppelsprung im gestrecktem Lauf, der nie weiter geht als ein oder zwei Meter von meiner bzw. ihrer vorherigen Position. Und es mag "esoterisch" klingen, wenn ich behauptet, dass dieses "Manchmals" nur dann vorkommt, wenn ich mental nicht bei ihr bin.

Aber zum Thema Konditionierung kann ich eine von mir dummerweise angewandte und heute für blödsinnig erklärte Methode vorschlagen, die darauf aufbaut, dass man den Hund das Ende sowie den Anfang einer Bordsteinkante "schmackhaft" näherbringt. Genauer ausführen möchte ich so ein "Bordsteinkantentraining" nicht, aber erzählen kann ich, was ich dadurch positives mitgenommen und erlebt habe.
Als Beispiel die Situation: Hund auf der einen Seite der Straße, Katze auf der anderen Seite. Beide leinenlos B)
Im Ergebnis sah es dann so aus, dass der "bordsteinkonditionierter" Hund ein abruptes Bremsmanöver am Ende jenes Bordsteins vornahm, der ihn fast aus dem Gleichgewicht (bei vier Beinen schwer vorstellbar) brachte. Nach dem Einpendeln des Hundeleibs folgte ein Fixieren der beiden ungleichen Kontrahenten, das minutenlang angedauert hätte, wenn der nette Zweibeinhalter diese erschreckende Situation nicht aufgelöst hätte.

Schauen ich heute auf mein damaliges Werk zurück, halte ich es wie schon leicht angedeutet für absoluten Unsinn. Eine Straßenüberquerung ist für mich heute mit und ohne Hund situationsbezogen. Ist kein Verkehr zu sehen und zu hören laufe ich unbekümmert hinüber. Da Adelhaid allerdings gelegentlich ein kleiner Schlendrian ist, gilt mein einziger Bedacht, dass sie bei Straßen an meinen Oberschenkel klebt. In den Hundewelt nennt sich das dann wohl "Bei Fuß", in der Pflanzenwelt wohl auch, wenn ein Beifuß bei Rainfarn wächst ;).

Halten wir fest: Bordsteine kennen muss ein Hund nicht. Er muß auch sonst nicht viel.

Was sich aber als ganz nützlich erweisen kann ist die Beherrschung eines (konditioniertes) Stopp-Signals. Und das konnte bislang alle meine Hunde, auch - man glaub es kaum - Adelhaid.

"Offtopic" [Anm.: Backlink :)] sozusagen eine kleine Geschichte, die es anschaulich macht, wenn Hund so etwas mit Bravour beherrscht:

Hauptperson ist dabei nicht Adelhaid, sondern Selma [Anm.: s.a.o. unter Quatschikopf.in]. Schauplatz ist ein Weg an einem Kanal [Anm. (für Bamberger): RMD-Kanal vom Hain kommend Richtung "Alter Plärrer"] zu dessen Seite ein 2stöckiges Parkhaus aus Beton in den Boden gestampft wurde. Neben Pfeilern, die es einsichtig von Außen machen hat es jedoch auch eine Ausfahrt, die durch eine ca. 5 Meter lange Wand gehalten wird, was die Einsicht auf herausfahrende Autos erschwert, vor allem wenn sie vom Stockwerk darüber illegal bei der Hochfahrt herunterfahren. Dann hat Mensch nur noch den Gehörsinn (ggf. noch eine feine Nase).
Die Aussichten waren somit schlecht, denn genau das ereignete sich. Die "Hörsichten" an diesem Tage ebenfalls, weil ich mit einer Bekannten im tiefsinnigen Gespräch verstrickt war. Zudem war es Februar und mein Haupt war inklusive der Ohren mit einer Wollmütze abgedeckt.
Die fröhlich vor uns laufende Selma (Adelhaid war hinter uns) nahm somit direktes Ziel zu meinem außerhalb geparkten Automobil auf.
Ich muss damals aus reinem Instinkt das Wörtchen "Stopp" gesprochen haben, vielleicht auch, weil ich nicht wollte, dass sie sich zu weit entfernte. Sie blieb folglich und artig unmittelbar vor der "Ausfahrwand" stehen, schaute bilderbuchartig zu mir und meiner Begleitung zurück...
Hätte sie es nicht getan, so wäre sie bei lebendigen Leibe geköpft worden...
Denn just in diesem Moment hörte und sah ich sekundenbruchteile später ein übermotorisiertes Gefährt mit übermässiger Geschwindigkeitsüberschreitung aus dem Parkhaus herausbrettern.
Man mag sich nur einmal vorstellen - und dieses Bild wird sich meine Bekannte damals gemalt haben, denn sie war tief erschüttert von dem Erlebten -, Selma wäre ein Kind gewesen...
Halten wir fest: Ein Stopp-Signal ist ein wichtiges Element. Es ist völlig wurscht ob ein Hund Sitz oder Platz oder sonst einen Unfug kann, aber er sollte auf Kommando halten können.

Wer gern Erfolgsgeschichten liest, hier wäre noch eine, wo erneut der o.g. Hund Hauptdarsteller spielen darf:
An einem meiner Lieblingsausführgegenden [Anm. f. die Bamberger: Börstig bei Kramersfeld] war mal wieder der Falkenjäger mitsamt seiner Frau und einer Kiste Fretchen auf Kaninchenjagd. Das macht das Trio wunderbar und ich schau gerne zu. Selbstveständlich sind dann meine Hunde an der Leine, denn nicht jeder Karnickel wird von der gefiederten Tötungsmaschine erwischt. Es kann also auch mal passieren, dass eine Vielzahl der Baubewohner hoppelnd in den kleinen Wald als Zufluchtsstelle mit dem Schrecken, aber eben lebend davon kommen.
Ich hab ihn leider nicht von Weiten erkannt, aber sein Auto zumindest gesehen. Adelhaid war wie so oft unmittelbar bei mir, also nahm ich sie an die Leine. Selma jedoch war wie eben so oft vor uns. Ein Rückruf erfolgte, konnte aber nicht ausgeführt werden, weil just in diesem Moment die ersten Flüchtlinge aus den Bauten in Richtung des Waldstückes eilend zogen. Es waren hintereinander ganze 4 Kanichen in relativ kurzer Folge. In diesem Augenblick half nur noch das bewährte "Stopp" beim Ersten.
Bei der "laufenden" Nummer Zwei ging das ebenfalls noch mit "Stopp", obgleich mich da schon die begabte ungarische Jagdhundedame entgeistern ansah. Die beiden Hoppeltierchen liefen ja keinen Meter an ihr vorbei.
Somit entschied ich mich für ein "Halt" bei der #3.
Und auch der Hasentypus war gemeistert, es galt nur noch den Nachzügler passieren zu lassen.
Hier hörte ich mich dann ein beherztes "STEH" dem Hunde zuzurufen. Und , um es kurz zu machen: "Yippi!"
Allerdings war ihr Jagdtrieb nun bis ins Äußersten gereizt, was mir auch ein in die Leine laufende Labrador bestätigte. Folglich setze sie an zum Stöbern ab in den Wald...
Dabei blieb es aber dann, denn, ja ich hatte ja noch einen Trumpf im Ärmel: "Down" [Anm.: Begriffserklärung].
Und Schwups, schon lag der Hund und bereit zur Abholung.

Kommen wir am Schluß nochmals zu den "5 Katzen in 20 Minuten" zurück. Wie im letzen Beispiel war ich auch recht stolz auf Adelhaid, dass sie keinem dieser 5 kleinen Tigern hinterher setzte ohne jetzt näher ins Detail zu gehen.

Allen Jenen, die meinen Hund ausgeführt haben und auf Katzen trafen, möchte ich meine tiefsten Beileidsbekundungen aussprechen. Es gab unter denen Leute, die stürzten von Räder, fielen bäuchlinks Treppen herunter, stolperten über ihre eigenen Beinen oder beanspruchen ihre Armmuskulator so als ob sie auf einer Streckbank wären, wenn Hund ohne Rücksicht auf Verluste in die Leine zog. Ein Hund, der auch danach völlig außer sich war und an nichts mehr anderes dachte als der Hatz auf die gesehene Katze... ist eine unangenehme Nummer.

Es tut mir außerordentlich Leid. Ich kann kein Patentrezept mitgeben, aber vielleicht die aufmunternden Worte, dass gerade Adelhaid nicht wirklich den Unterschied zwischen einem Igel und einen Marder kennt. Denn einen "Pflege-Igel" hatte ich mal, einen Marder leider nicht. Um man glaub kaum wie schnell ein Igel "tappeln" kann... ;D

Ich könnte mich heute noch in den Arsch treten, dass ich damals keine Bilder von Hund und dem jungen Kätzchen gemacht habe. Darum vielleicht auch der heutigen vielen Worte zu dem Thema, die mein Versagen von damals - keine Fotos zu machen - zwar nicht wed machen, aber Raum für Luft zum Atmen, eben auch bei einer Begegnung mit einem Freigänger. :yes:

Persönliche Anmerkung an mich: mach Bilder von Adelhaid und "Möhre" (dem Gartenkanichen).
Vielleicht gibt das dann auch einen dritten Teil mit anderem "Tag"

Persönliche Bildnotiz: [vom 23.09.2014] Scheis drauf, hier mal ein Bild...

      
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